Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Sonne-Mond-See

Sonne-Mond-See

26.03.2026–27.03.2026

Der Son­ne-Mond-See liegt auf 760 Metern Höhe im Tai­wa­ne­si­schem Zen­tral­ge­bir­ge. Sein Name kommt daher, dass das Ufer im Osten der Son­ne und im Wes­ten einer Mond­si­chel ähneln soll. Von Tai­chung, der zweit­größ­ten Stadt Tai­wans, aus fährt ein Bus zum See. Der Bus fährt aller­ding nur bis zum Ort Shuis­he am Nord­ufer; ich habe aber in Ita Thao am Süd­ufer über­nach­tet. Daher muss­te ich noch einen wei­te­ren Bus neh­men, der den See umrun­det, und auf den ich in Shuis­he noch eini­ge Zeit war­ten muss­te. Ita Thao ist ein etwas ruhi­ge­rer Ort als Shuis­he.

In Ita-Thao hat­te ich nur eine ein­zi­ge Über­nach­tung; daher konn­te ich am Son­ne-Mond-See kei­ne gro­ßen Wan­de­run­gen unter­neh­men. Man kann sich auch ein E-Bike aus­lei­hen und den See damit umrun­den. Da das Wet­ter aber nicht so gut war, habe ich nur eine kur­ze Wan­de­rung am Ufer ent­lang gemacht. Bei son­ni­gem Wet­ter macht der See wahr­schein­lich einen schö­ne­ren Ein­druck.

Auch moder­ne Kunst gibt es am Son­ne-Mond-See. Am Ita Thao-Pier steht der »Nes­t­ing Plan II Green-backed Tit«, ein Kunst­werk des tai­wa­ne­si­schen Künst­lers Cheng Tsu­ng Feng. Er stammt aus dem Jahr 2020 und soll das mul­den­för­mi­ge Nest der Berg­kohl­mei­se, auf Eng­lisch Green-backed Tit, die u. a. auch am Son­ne-Mond-See vor­kommt, aus Holz nach­bil­den.

Auf dem Rück­weg vom Son­ne-Mond-See habe ich nicht den Bus, son­dern eine Fäh­re genom­men, die regel­mä­ßig zwi­schen dem Ita Thao-Pier und dem Shuis­he-Pier hin- und her­fährt. Von Shuis­he aus ging es dann mit dem Bus zurück nach Tai­chung und von da aus mit dem Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug nach Tai­peh. Eigent­lich woll­te ich nach Kee­lung, um von da aus mit den bekann­ten Fäh­ren wie­der zurück nach Fuz­hou in Fest­land­chi­na zu fah­ren. Kee­lung ist aber von Tai­peh nicht so weit ent­fernt, und daher habe ich die bei­den noch ver­blei­ben­den Näch­te lie­ber in Tai­peh anstatt in Kee­lung ver­bracht.

Am 29.04.2026 habe ich die Fäh­re von Kee­lung nach Nan­gan genom­men. Anders als auf der Hin­fahrt von Nan­gan nach Kee­lung war die Fäh­re dies­mal ziem­lich voll. Da sie wäh­rend der Nacht fuhr, war eine Zwi­schen­über­nach­tung in Nan­gan nicht erfor­der­lich, da man die mor­gend­li­che »Mini Three Links«-Fähre von Nan­gan nach Fuz­hou eigent­lich noch errei­chen soll­te.

Die Wei­ter­fahrt ab Nan­gan ver­lief dann jedoch anders als geplant. Die Fäh­re nach Fuz­hou fiel näm­lich wegen des star­ken Nebels, den es an die­sem Tag gab, aus. Ich hat­te mich bereits auf eine zusätz­li­che Nacht in Nan­gan ein­ge­stellt, als mich ein freund­li­cher chi­ne­si­scher Mit­rei­sen­der über eine alter­na­ti­ve Fäh­re nach Huan­qi infor­mier­te, die, falls sich der Nebel bis dahin auf­lö­sen wür­de, gegen Mit­tag fah­ren soll­te. Wir hat­ten Glück, und der Nebel lös­te sich tat­säch­lich auf. Die Fäh­re fuhr um 13:20 Uhr in Nan­gan los und kam bereits eine Stun­de spä­ter in Huan­qi an, wobei es zwi­schen­durch noch einen Zwi­schen­stopp in Bei­gan gege­ben hat­te. Huan­qi ist ein ziem­lich klei­ner und abge­le­ge­ner Ort nörd­lich von Fuz­hou; der nächs­te grö­ße­re Ort heißt Lian­jiang und liegt etwa 50 km land­ein­wärts. Bei Ankunft der Fäh­re stan­den an der Anle­ge­stel­le bereits Sam­mel­ta­xis für die Wei­ter­fahrt nach Lian­jiang bereit. Es waren rie­si­ge SUVs, und mit einem sol­chen bin ich dann bis zum Bahn­hof in Lian­jiang gefah­ren, von wo aus ich direkt einen Zug über Fuz­hou nach Xia­men genom­men habe. Dort habe ich dann eine Nacht im belieb­ten Desti Youth Park-Hos­tel ver­bracht, das ich schon von von mei­nem ers­ten Auf­ent­halt kann­te.


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