Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Kaohsiung Lotussee

Kaohsiung

20.03.2026–26.03.2026

Nach Kaoh­si­ung kann man von Tainan aus mit dem Zug fah­ren. Kaoh­si­ung ist nach Neu-Tai­peh und Tai­chung die dritt­größ­te Stadt Tai­wans. Sie liegt im Süd­wes­ten an der Tai­wan­stra­ße. Der von den Hol­län­dern bereits um 1624 erschlos­se­ne Hafen von Kaoh­si­ung wur­de 1863 nach der Nie­der­la­ge Chi­nas im Zwei­ten Opi­um­krieg für den inter­na­tio­na­len Han­del geöff­net und ist auch heu­te noch ein wich­ti­ger inter­na­tio­na­ler Han­dels­ha­fen. Auch Kreuz­fahrt­schif­fe legen hier an. An einem nicht mehr benutz­ten Teil des Hafens wur­de 1973 das Kunst­zen­trum Pier 2, ein Ver­an­stal­tungs­ort für Aus­stel­lun­gen und Kon­zer­te, eröff­net. Es befin­det sich am ehe­ma­li­gen Pier Num­mer 2, daher sein Name.

In der Nähe des Kunst­zen­trums, zwi­schen dem soge­nann­ten Lie­bes-Fluss und dem Hafen, kann man moder­ne Archi­tek­tur bewun­dern. Das Musik­zen­trum »Kaoh­si­ung Music Cen­ter« wur­de vom spa­ni­schen Archi­tek­tur­bü­ro MADE IN Archi­tects ent­wor­fen und 2021 eröff­net. Abends wird es beleuch­tet, aber dafür ich war zu früh da.

Mit­ten in Kaoh­si­ung gibt es einen künst­li­chen See, den Lotus­see, den man auf einem Fuß­weg umrun­den kann. Am Ufer des Sees ste­hen meh­re­re tao­is­ti­sche und bud­dhis­ti­sche Tem­pel. Die zwi­schen 1974 und 1976 erbau­ten Dra­che-und-Tiger-Pago­den am süd­öst­li­chen Ufer kann man durch das Maul einer Dra­chen­fi­gur betre­ten und durch das Maul einer Tiger­fi­gur wie­der ver­las­sen.

Sie gehö­ren zum Zuoy­ing Ciji-Tem­pel auf der gegen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te. Als ich da war, es war ein Sonn­tag, fand gera­de irgend­ein reli­giö­ser Umzug statt.

Die Früh­ling-Herbst-Pavil­lons am West­ufer des Lotus­sees stam­men aus dem Jahr 1953 und gehö­ren zum gegen­über­lie­gen­den Tem­pel Qiming Tang, der 1899 errich­tet wur­de. Vor den bei­den Pavil­lons rei­tet die Göt­tin Guany­in auf einem Dra­chen.

Die Attrak­ti­on des 1995 fer­tig­ge­stell­ten Bei­ji-Pavil­lons ist eine 72 m hohe begeh­ba­re Sta­tue des tao­is­ti­schen Got­tes Xuan­wu. Innen gibt es Wand­bil­der mit Sze­nen aus der chi­ne­si­schen Mytho­lo­gie.

Am nörd­li­chen Ende des Lotus­sees wur­de 1976 ein Kon­fu­zi­us­tem­pel eröff­net. Die zen­tra­le Dach­eng-Hal­le des Tem­pels ist der Hal­le der höchs­ten Har­mo­nie der Ver­bo­te­nen Stadt in Peking nach­emp­fun­den. In ihr wird am Tag der jähr­li­chen Kon­fu­zi­us-Zere­mo­nie am 28. Sep­tem­ber, dem Geburts­tag des Kon­fu­zi­us, der ritu­el­le Yi-Tanz auf­ge­führt, und nur an die­sem Tag wird auch das Dach­eng-Tor vor dem Tem­pel geöff­net. Ob Kon­fu­zi­us aller­dings tat­säch­lich am 28. Sep­tem­ber 551 v. Chr. gebo­ren wur­de, ist his­to­risch nicht bewie­sen.

Die Keim­zel­le der heu­ti­gen Stadt Kaoh­si­ung ist die Insel Qijin, eine lang­ge­streck­te Insel gegen­über des Hafens. Ursprüng­lich war die Insel eine Halb­in­sel; zu einer rich­ti­gen Insel wur­de sie erst, nach­dem 1967 die süd­li­che Land­ver­bin­dung abge­tra­gen wur­de, um Platz für eine zusätz­li­che Ein­fahrt für den immer grö­ßer wer­den­den Hafen zu schaf­fen. Heu­te ist Qijin ein belieb­tes Aus­flugs­ziel, zu dem man mit einer Fäh­re gelangt.

In der Nähe der Anle­ge­stel­le, an der soge­nann­ten »Qijin Old Street«, steht der bekann­tes­te Mazu-Tem­pel der Insel, der 1673 erbau­te Tian­hou Gong. Er beher­bergt eine Holz­sta­tue der Göt­tin Mazu, die 1673 von chi­ne­si­schen Sied­lern nach nach Qijin gebracht wor­den sein soll.

Von Mazu-Tem­pel aus kann man einen Hügel hin­auf­ge­hen, auf dem sich die Res­te eines Forts und ein Leucht­turm befin­den. Das Fort wur­de 1895 bei einem japa­ni­schen Luft­an­griff zer­stört und 1991 anhand his­to­ri­scher Fotos restau­riert.

Beson­ders sehens­wert fand ich das Fort nicht. Aller­dings hat man von da aus eine gute Aus­sicht auf das Meer und den Strand.

Vom Fort führt ein klei­ner Fuß­weg wei­ter zum einem Leucht­turm. Ein ers­ter Leucht­turm wur­de auf Qijin 1883 von bri­ti­schen Inge­nieu­ren errich­tet. Der heu­ti­ge Leucht­turm stammt jedoch aus der japa­ni­schen Kolo­ni­al­zeit und wur­de zwi­schen 1916 und 1918 gebaut.

Vom Leucht­turm aus hat man eine gute Sicht auf die bun­ten Häu­ser Qijins.

Der »Tun­nel of Stars« war ursprüng­lich ein Mili­tär­tun­nel und stammt aus der japa­ni­schen Kolo­ni­al­zeit.

Heu­te ist er eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on Qijins mit soge­nann­ter »psy­che­de­li­scher Kunst«.

Eben­falls Kunst und kei­ne Kir­che ist die »Rain­bow Church«. Sie steht am Strand von Qijin.

Ein wei­te­res Kunst­werk gibt es in der U-Bahn-Hal­te­stel­le For­mo­sa-Bou­le­vard im Zen­trum Kaoh­si­ungs zu sehen, den soge­nann­ten »Dome of Light«. Die beleuch­te­te Glas­kup­pel hat einen Durch­mes­ser von 30 Metern und besteht aus 4500 Glas­plat­ten. Ent­wor­fen wur­de sie vom ita­lie­ni­schen Künst­ler Nar­cis­sus Qua­glia­ta.

Im Distrikt Dashu im Nord­d­os­ten Kaoh­si­ungs ent­stand ab 2003 ein gro­ßes Bud­dha-Muse­um, das Fo Guang Shan-Muse­um. 2011 wur­de es eröff­net. Neben vie­len ande­ren Din­gen beher­bergt es auch eine Zahn­re­li­que, die von Sid­dha­rtha Gau­t­ama stam­men soll. Auf einem von Pago­den gesäum­tem 240 m lan­gen Weg gelangt man zu einer über­gro­ßen bron­ze­nen Bud­dha-Sta­tue, der angeb­lich größ­ten Sta­tue eines sit­zen­den Bud­dha in Asi­en.

Inklu­si­ve des Sockels ist die Bud­dha-Sta­tue 108 m hoch; 108 ist im Bud­dhis­mus eine Glücks­zahl.

Näher kommt man dem Bud­dha auf der Bud­dha-Ter­as­se auf dem Dach der Haupt­hal­le.

In der Haupt­hal­le befin­det sich die berühm­te Zahn­re­li­qie in einem eigens dafür errich­te­ten Schrein. Wei­te­re bud­dhis­ti­sche Kunst­ge­gen­stän­de wer­den in 48 soge­nann­ten Unter­grund-Paläs­ten auf­be­wahrt und kon­ser­viert, von denen nur alle hun­dert Jah­re einer für die Öffent­lich­keit geöff­net wird, und in den dann wei­te­re Kunst­ge­gen­stän­de aus der dann gegen­wär­ti­gen Zeit hin­zu­zu­fügt wer­den sol­len. Da seit der Eröff­nung des Muse­ums noch kei­ne hun­dert Jah­re ver­gan­gen sind, ist bis­her noch kein Unter­grund-Palast geöff­net wor­den; auf einem Zäh­ler erfährt man, wann es für den ers­ten soweit ist (das wer­de ich wohl nicht mehr erle­ben). Ein Zyklus für die Öff­nung aller 48 Unter­grund-Paläs­te dau­ert 4800 Jah­re.

Das Fo Guang Shan-Muse­um gehört zum Fo Guang Shan-Orden, einer Wohl­fahrts­or­ga­ni­sa­ti­on, die einen huma­nis­ti­schen Bud­dhis­mus ver­tritt und in Tai­wan sehr popu­lär ist. Der Orden wur­de in der zwei­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts von einem bud­dhis­ti­schen Mönch namens Hsing Yun gegrün­det. Auf einem Fuß­weg gelangt man vom Muse­um zum Klos­ter des Ordens.

Tagesausflug zum Kenting-Nationalpark

21.03.2026

An der Süd­spit­ze Tai­wans befin­det sich der Ken­ting-Natio­nal­park, den ich auf einer orga­ni­sier­ten Tages­tour »abge­hakt« habe. Zunächst ging es zum Shadao-Strand and der West­küs­te. Bekannt ist der Strand durch sei­ne Koral­len­be­cken, in denen man auch Kreb­se beob­ach­ten kann. Ein Teil des Stran­des ist als »Shadao Eco­lo­gi­cal Reser­ve« geschützt und darf nicht betre­ten wer­den.

Ganz im Süden Tai­wans befin­det sich der Elu­an­bi-Park.

Zur Zeit der Qing-Dynas­tie wur­de hier ein Leucht­turm gebaut, der 1883 in Betrieb genom­men wur­de. Er wur­de im Ers­ten Japa­nisch-Chi­ne­si­schen Krieg und im Zwei­ten Welt­krieg beschä­digt und danach jeweils wie­der­auf­ge­baut, zuletzt 1947.

Am Ende der Tour gab es noch einen kur­zen Stopp im Long­pan Park, der etwas nörd­lich von Elu­an­bi an der Ost­küs­te liegt. Von hier aus hat man einen Aus­blick auf den Pazi­fik.


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