Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Alishan

Alishan

11.03.2026–13.03.2026

Von Chiayi aus, das nur 30 Meter über dem Mee­res­spie­gel liegt, fährt täg­lich die Ali­shan-Wald­bahn nach Ali­shan auf über 2200 Metern Höhe. Die Zug­fahrt ist ziem­lich beliebt, und ich war froh, dass ich online noch ein Rest­ti­cket bekom­men konn­te. Gebaut wude die Wald­bahn wäh­rend der japa­ni­schen Kolo­ni­al­zeit für den Abtrans­port von Baum­stäm­men.

Der Zug fährt mor­gens um 10:00 Uhr in Chiayi fährt los und macht mit­tags einen Zwi­schen­stopp auf hal­ber Stre­cke in Fen­qi­hu, wo man durch die »Fen­qi­hu Old Street« lau­fen und sich am Bahn­hof eine Ben­to-Box kau­fen kann.

Auf der Stre­cke nach Ali­shan gibt es vie­le Tun­nel und Brü­cken und bei gutem Wet­ter auch spek­ta­ku­lä­re Aus­sich­ten; lei­der war es mal wie­der bewölkt. Spä­ter gab es einen wei­te­ren Stopp in Erw­an­ping auf 2000 Metern Höhe.

In Erw­an­ping war es der­art nebe­lig, dass man von der Land­schaft nichts mehr gese­hen hat. Bis 1914 war der Bahn­hof von Erw­an­ping die End­sta­ti­on der Wald­bahn.

Nach ins­ge­samt fünf Stun­den Fahrt­zeit erreich­te der Zug den Bahn­hof in Ali­shan, wo man sich dann direkt für den nächs­ten Mor­gen die Fahr­kar­te für den Son­nen­auf­gangs-Zug kau­fen konn­te. Die genau­en Abfahrts­zei­ten dafür wur­den erst spä­ter am Bahn­hof ange­schla­gen; an mei­nem Tag war es 5:20 Uhr. Der End­bahn­hof des Son­nen­auf­gangs-Zugs in Chus­han ist mit 2451 Metern der höchs­te in der »Ali­shan Natio­nal Forest Recrea­ti­on Area«. Direkt neben dem Bahn­hof befin­det sich bereits eine Aus­sichts­platt­form, von der aus man den Son­nen­auf­gang gut beob­ach­ten kann. Ich habe mich erst ein­mal mit einem »Ali­shan-Kaf­fee« gestärkt, der dort an eini­gen Stän­den frisch zube­rei­tet und ziem­lich teu­er ver­kauft wird. Neben Tee­plan­ta­gen gibt es in der Ali­shan-Gegend auch Hoch­land-Kaf­fee.

Das Wet­ter hat dies­mal mit­ge­spielt; es gab eine tol­le Sicht auf das Wol­ken­meer. Wenn man mit dem Wet­ter Pech hat, sieht man näm­lich über­haupt nichts.

Etwa 500 Meter wei­ter gibt es eine wei­te­re Aus­sichts­platt­form, die Ogas­a­wa­ra-Platt­form, mit einer noch etwas bes­se­ren Aus­sicht auf den Son­nen­auf­gang, der um 6:30 Uhr war.

Zurück zum Hotel bin ich nach dem Son­nen­auf­gang nicht mit dem Zug gefah­ren, son­dern zu Fuß auf dem »Zhus­han Sun­ri­se Trail« gegan­gen, der zum Teil über befes­tig­te Ste­ge führt.

Die Hotels in Ali­shan sind alle­samt unver­schämt teu­er. Ich habe für ein ein­fa­ches Zim­mer mehr als 100 Euro pro Nacht gezahlt. Das Früh­stück gab es nicht im Hotel selbst, son­dern in einem klei­nen Restau­rant im Orts­kern. Für das eben­falls sehr ein­fa­che chi­ne­si­sche Früh­stück dort hat­te ich im Hotel Gut­schei­ne bekom­men. Für ein bes­se­res Hotels in Ali­shan zahlt man schnell meh­re­re Hun­dert Euro pro Nacht, wenn man da über­haupt noch ein frei­es Zim­mer bekommt. Wegen der hohen Prei­se hat­te ich dann in mei­nem Hotel nur zwei Über­nach­tun­gen gebucht, so dass mir nur ein ein­zi­ger Tag in Ali­shan zur Ver­fü­gung stand.

Am Nach­mit­tag bin ich den soge­nann­ten »Tas­han Trail« hin­auf zum Tas­han-Gip­fel gewan­dert. Am Anfang ver­läuft der Weg durch Wald, spä­ter geht es über anstren­gen­de Trep­pen­stu­fen zum Gip­fel hin­auf. Für den Hin- und Rück­weg benö­tigt man etwa fünf Stun­den.

Oben ange­kom­men, kann man dann die Rund­um­sicht auf die umlie­gen­den Ber­ge genie­ßen.

Der eigent­li­che Grund für die anstren­gen­de Wan­de­rung auf den Tas­han ist aber ein Foto auf 2663 Metern Höhe. Schil­der mit der Höhen­an­ga­be, die man dafür in der Hand hal­ten kann, lie­gen auf der Aus­sichts­platt­form auf dem Gip­fel her­um.

Dann kam der Rück­weg. Da die Wan­de­rung auf den Tas­han ziem­lich lan­ge gedau­ert hat­te, blieb mir für ande­re Wan­de­run­gen lei­der kei­ne Zeit mehr. Dabei wären die Wan­der­we­ge in der Nähe des Orts­kerns ver­gleichs­wei­se ein­fach gewe­sen.

Zurück nach Chiayi bin ich am nächs­ten Mor­gen mit dem Bus gefah­ren, der schnel­ler als der Zug ist, und habe dann anschlie­ßend sofort den Zug nach Tainan genom­men.


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