25.02.2026—26.02.2026
Da mein 30-tägiger visafreier Aufenthalt in China sich dem Ende zuneigte, wollte ich nun das Land in Richtung Taiwan verlassen. Die derzeit einzige Möglichkeit, ohne Flug von Festlandchina aus zur Hauptinsel Taiwans zu gelangen, ist eine Kombination zweier Fähren von Fuzhou über die Matsu-Inseln nach Keelung. Der Ausgangshafen der Personenfähre von Fuzhou nach Nangan, der Hauptinsel der Matsu-Inseln, liegt etwa 40 km vom Zentrum Fuzhous entfernt auf der vorgelagerten Insel Langqi. Die Fähre ist Teil der »Mini Three Links«-Politik Chinas, unter der seit 2001 Fährverbindungen zwischen Festlandchina und der zu Taiwan gehörenden Inseln Kinmen und Matsu entstanden sind. Obwohl diese Inseln viel näher an Festlandchina liegen als an der taiwanesischen Hauptinsel, gehören sie zu Taiwan.
Mit einiger Mühe konnte ich das Ticket für die Fähre mit Hilfe einer WeChat-Miniapp buchen. Die Abfahrtszeiten variieren von Tag zu Tag; an den meisten Tagen gibt es eine Fähre am Morgen und an manchen Tagen eine weitere am Nachmittag. Am Tag meiner Abreise gab es allerdings nur eine Nachmittagsfähre. Die Anschlussfähre nach Keelung erreicht man am selben Tag allerdings auch dann nicht, wenn man in Fuzhou eine Fähre am Morgen bekommt, so dass man jedem Fall eine Nacht in Nangan verbringen muss. Für die Fahrt vom Hafen in Langqi zum Hafen von Fuao in Nangan benötigte die Fähre etwa 90 Minuten.

Im Sommer sind die Matsu-Inseln ein Urlaubsort. Es fährt dann sogar ein Shuttlebus direkt vom Hafen zu den Stränden im Osten der Insel. Zur Zeit meines Aufenthalts war allerdings gerade keine Saison, und es war kühl und regnerisch. In meinem Hotel in der Nähe des Hafens war ich der einzige Gast, und es gab deshalb auch kein Frühstück. Auch einige Restaurants in der Gegend waren außerhalb der Saison geschlossen. Aber wenigstens war das Starbucks in der Nähe des Hafens für einen Kaffee geöffnet. Am späten Nachmittag bin ich dann noch einige Kilometer zum Ortszentrum gelaufen, in dem aber auch nicht viel los war. Einige Parks waren immer noch für das Frühlingsfest geschmückt. Die Touristengebiete und Strände der Insel liegen alle mehrere Kilometer entfernt an der Ostküste.


Am nächsten Morgen lag die Fähre nach Keelung bereits im Hafen.

Es war die »New Taima«, die seit 2023 zusätzlich zur bereits in die Jahre gekommenen »Taima Star« im Einsatz ist. Da die Fähre auf dem Rückweg von Keelung nach Nangan während der Nacht fährt, gab es an Bord viele Betten im Hostel-Stil. Auch tagsüber für die Fahrt von Nangan nach Keelung bekommt man ein solches Bett zugewiesen. Das Ticket habe ich erst am Tag vor der Abfahrt in einem Büro am Hafen gekauft. Meine Befürchtung, dass die Fähre dann bereits ausverkauft sein könnte, war völlig unbegründet; es waren nur wenige Passagiere an Bord und das Schiff war fast leer.


Bereits um 8 Uhr wurde eingecheckt, zu früh für einen Kaffee im Starbucks, der erst um 8:30 Uhr öffnete. Dann ging es los, zunächst an der Ostküste Nangans vorbei, wo sich die Touristengebiete befinden.


Kurz nach der Abfahrt kam uns die ältere »Taima Star« aus Keelung auf ihrem Weg nach Nangan entgegen.

Die Fahrt der »New Taima« nach Keelung dauerte etwa neun Stunden. Etwas zu essen bekam man in einem Shop, der jedoch nur zu festgelegten Zeiten geöffnet war. Große Mahlzeiten gab es da allerdings nicht.

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