26.02.2026–01.03.2026
Im Jahr 1626 bauten die Spanier erstmals auf der von ihnen Formosa genannten Insel eine befestigte Siedlung, und zwar auf dem Gebiet der heutigen Hafenstadt Keelung im Norden der Insel. Der Name Formosa stammt von den Portugiesen, die die Insel bereits im 16. Jahrhundert erreicht hatten, aber dort keine Kolonie gründeten. Die Spanier hielten sich nicht lange auf Formosa. Bereits 1642 wurden sie von den Niederländern vertrieben, die seit 1624 eine Kolonie im Süden der Insel besaßen. 1662 wurden die Niederländer dann ihrerseits vom chinesischen Admiral und Seeräuber Zheng Chenggong vertrieben, der im Süden des heutigen Taiwans das kurzlebige Königreich Tungning gründete.
Im Norden Taiwans regnet es recht häufig. So auch in Keelung, wo ich am frühen Abend des 26.02.2026 mit der Fähre von der Matsu-Insel Nangan aus am Hafen angekommen bin. Einen guten Blick auf den Hafen von Keelung hat man von einer Aussichtsplattform des Keelung Towers aus. Der Hafen wird auch von Kreuzfahrtschiffen angefahren; ich konnte dort die Costa Serena sehen, mit der ich im Dezember 2025 von Tokio nach Hongkong gefahren bin.

Vom Keelung Tower führt ein Weg in etwa 15 Minuten zum Zhongzheng-Park und zum sogenannten »Big Buddha-Tempel« mit einer 22,5 m hohen Statue der Göttin Guanyin. Guanyin ist die Göttin der Barmherzigkeit.

In der Nähe des Zhongzheng-Parks befindet sich das Ershawan-Fort, das ursprünglich während des Ersten Opiumkriegs zur Abwehr der Briten errichtet wurde. Später war das Fort Schauplatz von Kämpfen im Chinesisch-Französischen Krieg. 1886 wurde es wieder aufgebaut. Heute sind nur noch Ruinen zu sehen.


Der Zhengbin-Fischereihafen war früher ein bedeutender Fischereihafen und während der japanischen Kolonialzeit ein wichtiger Exporthafen. Heute ist er ein berühmter Fotospot wegen der 16 bunten Häuser, die dort am Ufer stehen.

In einigen dieser Häuser befinden sich Cafés und Restaurants. Für einen Platz im beliebten Restaurant »The Fishery« muss man allerdings eine Wartezeit einkalkulieren. Zu Essen gibt es dort ein »Original Fish Collagen Ramen«.

Etwas zu Essen gibt es auch auf dem bekanntesten Nachtmarkt Keelungs und einem der bekanntesten in ganz Taiwan, dem MiaoKou-Nachtmarkt. Manche Touristen kommen sogar eigens auf Tagestouren aus Seoul zum MiaoKou-Nachtmarkt. Die gelben Laternen werden allerdings nur am Wochenende angezündet. Dann ist auch der Andrang am größten.

Vor dem »One-Bite Sausage«-Stand steht man Schlange für eine Tüte mit kleinen Würstchen, die man mit einem einzigen Bissen herunter bekommt. Auf Wunsch gibt es dazu rohen Knoblauch.

An zahlreichen Ständen wird gegrillter Tintenfisch am Spieß verkauft.

Etwas lateinamerikanisch angehaucht sind die »Roast Duck Burritos«.

Wenn man lange genug sucht, findet man auf dem Nachtmarkt allerdings auch Gesundes.

MiaoKou heißt auf deutsch »vor dem Tempel«. Im Zentrum des MiaoKou-Nachtmarkts befindet sich der Dianji-Tempel, einer der drei Haupttempel Keelungs.

Als ich da war, gab es vor dem Tempel auf einer improvisierten Bühne ein Kindertheater.

An der Küste im Norden Keelungs, auf der Insel Heping, befindet sich der »Heping Island Geopark« mit interessanten geologischen Formationen. Ein Bus vom Zentrum Keelungs aus benötigt zum Geopark etwa 30 Minuten.


Ich bin schon etwas früher aus dem Bus ausgestiegen, um die einzige Kirche zu sehen, die aus der kurzen Kolonialzeit der Spanier übriggeblieben ist. Die Ruinen der spanischen »Todos Los Santos«-Kirche aus dem Jahr 1626 wurden 2011 zufällig unter einem Parkplatz entdeckt. Als ich da war, war das archäologische Gebiet allerdings abgesperrt und durfte nicht betreten werden. Ich bin trotzdem für ein schnelles Foto über die Absperrung gegangen. Viel zu sehen war nicht. Manchmal wird hier eine katholische Messe gefeiert.



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