14.02.2026–23.02.2026
Die Stadt Xiamen war bereits seit 1541 ein Hafen für den Handel mit Europa. Nach den Reformen Deng Xiaopings wurde Xiamen 1981 zu einer der neuen Sonderwirtschaftszonen Chinas.
Das Zentrum Xiamens liegt auf einer vorgelagerten Insel, die über Brücken erreicht werden kann, und im Zentrum der Xiamen-Insel verläuft die Zhongshan-Straße, eine Geschäftsstraße und Fußgängerzone. Es war gerade die Woche des chinesischen Frühlingsfests und des Jahreswechsels zum »Jahr des Pferdes«, und die Zhonghan-Straße war dementsprechend geschmückt.


Der Jahreswechsel war in der Nacht vom 11. zum 12. Februar; ein Feuerwerk gab es allerdings erst am 12. Februar. Das »Cross Strait«-Feuerwerk fand um 20 Uhr an der Taiwanstraße statt, und zwar sowohl auf chinesischer Seite, als auch auf der gegenüberliegenden Insel Kinmen. Kinmen gehört zu Taiwan, obwohl die Insel nur 2 km vom chinesischen Festland, aber 280 km von der Hafenstadt Kaohsiung auf der Hauptinsel Taiwans entfernt ist. Es verkehren mehrmals täglich Fähren zwischen Xiamen und Kinmen. Eine Anschlussfähre von Kinmen zur taiwanesischen Hauptinsel gibt es jedoch nicht.
Die Hauptattraktion Xiamens ist die kleine autofreie Insel Gulangyu. Gulangyu liegt nur wenige hundert Meter vom Festland entfernt, und es fahren den ganzen Tag über Fähren, die für die Überfahrt nur ein paar Minuten benötigen. Zur Zeit des Frühlingsfests war der Andrang chinesischer Touristen auf der Insel enorm; wie mir ein chinesischer Mitbewohner im Hostel sagte, sei es dort zu normalen Zeiten allerdings ruhig.

Auf der auch als »Klavierinsel« bekannten Insel gibt es mehr als 200 Klaviere. Im Shuzhuang-Garten, früher der Privatgarten eines taiwanesischen Kaufmanns, gibt es ein Klaviermuseum, in dem etwa 40 alte Klaviere ausgestellt sind.

Außerdem gibt es auf Gulangyu ein Orgelmuseum mit täglich stattfindenden Orgelkonzerten. Auch einige berühmte klassische Musiker Chinas stammen aus Gulangyu.

Nach Abschluss des Vertrags von Nanking, der den Ersten Opiumkrieg zwischen Großbritanien und China beendete, wurde Gulangyu im Jahr 1842 zu einem Vertraghafen und zu einer wohlhabenden internationalen Siedlung. Die Relikte dieser Zeit kann man auf Gulangyu in Form zahlreicher Häuser im westlichen Stil sehen. Viele dieser Häuser stammen von Auslandschinesen. Verwaltet wurde Gulangyu, das damals Kulangsu hieß, von den Briten. 2017 wurde die Insel in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.




Der höchste Ort auf Gulangyu ist der Sunlight Rock. Ich bin aber nicht oben gewesen, da mir der Andrang zu groß war.

Im Bright Moon Garden steht eine Steinstatue von Zheng Chenggong, einem chinesischen Armeeführer und Seeräuber, der nach dem Sturz der Ming-Dynastie durch die Qing weiterhin die Ming unterstützte und auf Taiwan nach der Vertreibung der Niederländer das kurzlebige Königreich Tungning errichtete, dessen König er war.

Heute wird Zheng Chenggong in China als ein Symbol der Zugehörigkeit Taiwans zu China gefeiert. Auf Gulangyu ist Zheng Chenggong eine eigene Gedenkhalle gewidmet.

Auch jenseites von Gulangyu gibt es in Xiamen einiges zu sehen. Der Nanputuo-Tempel ist ein berühmter buddhistischer Tempel aus der Zeit der Tang-Dynastie. Er gehört zum chinesischen Zen-Buddhismus.




Der Tempel liegt am Wulao-Berg, den man auf einem Fußweg hinter dem Tempel erklimmen kann.


Da mir auch der Nanputo-Tempel während der Woche des Frühlingsfests zu überlaufen war, hat mir ein chinesischer Mitbewohner im Hostel den Bailudong-Tempel empfohlen, der nur von Einheimischen besucht würde. Der konfuzianische Tempel aus dem Jahr 1704 liegt am Südhang des Huxi-Felsenbergs und war tatsächlich eine Oase der Ruhe.


Oben auf dem Felsen steht eine Guanyin-Statue.

Hinter dem Huxi-Felsenberg kann man weiter zum botanischen Garten wandern. In der Nähe fährt die Zhonggu-Seilbahn auf den Zhonggu-Berg.


Unterwegs zum botanischen Garten kommt man an einem weiteren Tempel, dem Tianjie-Tempel, vorbei. Der Tianjie-Tempel ist ein buddhistischer Tempel.


Der botanische Garten war dann allerdings so überlaufen, dass ich wieder zurück zum Hostel geflohen bin. Auch den Garten der Xiamen-Universität konnte ich nicht besichtigen, da in der Woche des Frühlingsfests aufgrund des Andrangs Nummern vergeben wurden und ich keine mehr bekommen habe. Die Xiamen-Universität ist eine der führenden Universitäten Chinas.

Im Süden der Xiamen-Insel befindet sich das 1894 errichtete Hulishan Fortress mit einer Krupp-Kanone, die laut Guiness-Buch der Rekorde die größte Küstenkanone des 19. Jahrhunderts ist.



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