01.02.2026–06.02.2026
Zum Glück kam Anfang November 2025 die Nachricht, dass die visafreie Einreise nach Festlandchina für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen für ein weiteres Jahr bis Ende 2026 verlängert wird. Für die Anzahl solcher 30-Tage-Aufenthalte pro Jahr gibt es offenbar keine Beschränkung; man muss lediglich jedesmal nach spätestens 30 Tagen für eine kurze Zeit Festlandchina verlassen. Bei der Einreise wird man nach den Orten gefragt, die man besuchen möchte.
Vor einer Reise nach Festlandchina muss man einige Vorbereitungen treffen. Das Internet ist staatlich reguliert, und viele Seiten und sind durch die sogenannte »Große Firewall« gesperrt. Auch die Google-Services funktionieren nicht. Touristen wird daher empfohlen, ein VPN zu verwenden, aber auch das ist in einem Hotel-WLAN in der Regel nicht möglich. Aus irgendeinem Grund funktioniert das meiste jedoch mit einer internationalen eSIM für China, und zwar dann auch ohne VPN. Ich habe mir eine eSIM für 30 Tage mit unbegrenztem Datenvolumen gekauft und das Hotel-WLAN nur selten verwendet.
Bezahlen kann man fast überall bargeldlos mit den Apps Alipay und WeChat. Man scannt dafür entweder den QR-Code des Verkäufers, oder der Verkäufer scannt einen von der App erzeugten QR-Code. Ich habe in China auch Bettler gesehen, die Schilder mit QR-Codes vor sich stehen hatten. Bargeld wird in der Regel allerdings auch noch akzeptiert. In einigen Fällen scheint die Verknüpfung von Alipay und WeChat mit einer internationalen Kreditkarte allerdings nicht zu funktionieren.
WeChat ist eigentlich nur sekundär ein Bezahldienst. Eigentlich ist es das chinesische Pendant zu WhatsApp. Die Kommunikation mit Anbietern von Tagestouren verläuft häufig über WeChat, und in Hostels gibt es manchmal WeChat-Gruppen. Die Grundfunktionen von WhatsApp funktionieren allerdings auch in China; nur telefonieren und Fotos versenden kann man nicht. Ferner lassen sich über Alipay und WeChat sogenannte Miniapps starten. Solche Miniapps habe ich während meines China-Aufenthalts tatsächlich einige Male benötigt, z. B. zum Buchen der Fähre nach Taiwan. Auch Kaffee bei Luckin Coffee, der chinesischen Version von Starbucks, kann man über eine Miniapp bestellen, und in vielen einfachen Restaurants sind QR-Codes an den Tischen angebracht, über die eine Miniapp startet, in der man sein Essen bestellt und gleich bezahlt. Im Gegensatz zu WeChat hat Alipay eine Übersetzungsfunktion ins Englische.
Das China-Geschäft von Uber wurde 2016 vom chinesischen Konkurrenzunternehmen DiDi übernommen. Die DiDi-App funktioniert genauso wie die Uber-App, und DiDi-Fahrten sind recht preiswert.
Mein erster Ort in Festlandchina war Guangzhou, ca. 150 km nördlich von Macau. Vom Grenzort Zhuhai aus fahren regelmäßig Hochgeschwindigkeitszüge nach Guangzhou. Das Hochgeschwindigkeitsnetz in China ist mittlerweile gut ausgebaut; die schnellsten Züge fahren bis zu 380 km/h. Die nächsten Züge nach Guangzhou waren allerdings bereits alle ausgebucht, und so musste ich in Zhuhai noch einige Stunden auf einen Zug mit einem freien Platz warten. Die Zugfahrt nach Guangzhou dauerte dann nur 50 Minuten. Um nicht zu sehr in die Komfortzone abzurutschen, habe ich seit längerem mal wieder in einem Hostelbett übernachtet, und zwar in einem der Desti-Youth-Park-Hostel-Kette, die gute Hostels in mehreren Orten Chinas betreibt. An der Hostel-Bar gab es Bier vom Fass.
Im Zentrum Guangzhous gibt es viel moderne Architektur zu sehen. Zahlreiche Gebäude wurden im Jahr 2010, pünktlich zu den in Guangzhou ausgetragenen XVI. Asienspielen, fertiggestellt, so z. B. der 600 Meter hohe Canton Tower. Bis 2012 war er der höchste Fernsehturm der Welt; vorher war es der 553 Meter hohe CN Tower in Toronto und seitdem ist es der 634 Meter hohe Tokyo Skytree. Der Canton Tower ist heute aber immerhin noch das sechshöchste Bauwerk der Welt.

Auch das Opernhaus, das vom bereits aus Hongkong bekannten Architekturbüro Zaha Hadid entworfen wurde, wurde 2010 fertiggestellt. Es liegt im neuen Geschäftszentrum Zhujiang New Town, das Guangzhou ein modernes Antlitz für das 21. Jahrhundert geben soll.

In Zhujiang New Town befindet sich auch der Neubau des Guangdong Museums.

Der Neubau der Guangzhou Library wurde erst 2013 fertig, zu spät für die Asienspiele.

Der Austragungsort der XVI. Asienspiele war die Haixinsha-Insel am Perlfluss, etwas südlich des neuen Geschäftszentrums gelegen.

Früher war Guangzhou der Ausgangsort der sogenannten »Seidenstraße des Meeres«, über die der Handel mit Indien und Arabien erfolgte. Als Folge des Handels mit Arabien kam auch der Islam nach China. Die Huaisheng-Moschee aus dem siebten Jahrhundert ist die älteste Moschee Chinas. Sie wurde jedoch bei einem Brand im 14. Jahrhundert zerstört und danach wieder aufgebaut.

Wegen des Aussehens ihres Minaretts wird die Huaisheng-Moschee auch Leuchtturm-Moschee genannt.

Bereits vor zweitausend Jahren brachten Missionare aus Indien den Buddhismus nach China. Einer der ältesten buddhistischen Tempel in Guangzhou ist der Guangxiao-Tempel, der ursprünglich aus dem dritten Jahrhundert stammt. Den Namen Guangxiao bekam er allerdings erst 1482, und die meisten der heutigen Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Der ebenfalls buddhistische Tempel der Sechs Banyanbäume wurde ursprünglich im Jahr 537 gebaut. Die zugehörige Pagode stammt aus dem Jahr 1097. Sie wurde durch ein Feuer zerstört und ist mehrmals wiederaufgebaut worden.

Später gab es auch Handelsbeziehungen mit Europa. Zwischen 1757 und 1842 durften westliche Kaufleute in Guangzhou allerdings nur auf der Flussinsel Shamian Lagerhäuser und Fabriken errichten. 1856 wurde Shamian dann in zwei Konzessionen, einer britischen und einer französischen, aufgeteilt. Heute geht es auf Shamian ziemlich touristisch zu. Man sieht hier zahlreiche Häuser im westlichen Stil.


Im französischen Teil Shamians steht das renommierte Café Fleur.

Die Kapelle »Unserer Lieben Frau von Lourdes« wurde 1890 von der französischen Regierung gebaut. Im Hof der Kirche steht eine Lourdesgrotte.

In der Nähe der Kapelle befindet sich das ehemalige französische Konsulat.

Das Starbucks auf Shamian ist ein »Harry Potter-Themen-Starbucks«.

Etwas nördlich von Shamian befindet sich die Ahnenhalle des Chen-Klans. Die aus dem Jahr 1894 stammenden Gebäude der Ahnenhalle gelten als »Perle der Lingnan-Architektur« und vereinen Stein-, Holz- und Ziegelschnitzereien. Früher dienten sie u. a. der Vorbereitung auf die kaiserlichen Beamtenprüfung, und heute sind sie ein beliebtes Ziel vor allem chinesischer Touristen.




Zum Gedenken an den Gründer des modernen China und Interimspräsidenten der Republik China Sun Yat-sen wurde 1931 die achteckige Sun-Yat-sen-Gedächtnishalle gebaut. Innen gibt es Fotos und anderes aus dem Leben Sun Yat-sens zu sehen. Allerdings ist alles nur auf Chinesisch beschriftet.

Zum Schluss noch einige Wandgemälde, die ich in einem kleinen Wohnviertel irgendwo in Guangzhou entdeckt habe.




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