Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Hong Kong

Hongkong

02.01.2026–18.01.2026

Am 02.01.2026 bin ich mit dem Kreuz­fahrt­schiff aus Tokio in Hong­kong ange­kom­men. Für Hong­kong gel­ten auch fast 29 Jah­re nach der Über­ga­be an Chi­na ande­re Ein­rei­se­be­stim­mun­gen als für Fest­land­chi­na. Staats­bür­ger zahl­rei­cher Län­der, dar­un­ter Deutsch­land, brau­chen für einen Auf­ent­halt bis zu 90 Tagen kein Visum.

Über­nach­tet habe ich die ers­ten neun Tage in Kow­loon und dann noch ein­mal sie­ben Tage auf Hong Kong Island, bei­de Male in einem win­zi­gen Airbnb-Apart­ment. Das Apart­ment in Kow­loon befand sich im berüch­tig­ten Wohn­kom­plex Chung­king Man­si­ons in der Nathan Road, des­sen Bewoh­ner aus allen mög­li­chen Län­dern der Welt stam­men. Im Erd­ge­schoss gibt es zahl­rei­che Klein­händ­ler, Wech­sel­stu­ben und ein­fa­che Restau­rants.

Die Chung­king Man­si­ons sind auch bekannt für preis­güns­ti­ge Hos­tels. Vor mehr als zwan­zig Jah­ren hat­te ich in Hong­kong in einem sol­chen Hos­tel in einem win­zi­gen und schä­bi­gen Zim­mer über­nach­tet; ob es in den Chung­king Man­si­ons oder in einem ähn­li­chen Haus war, weiß ich nicht mehr. Mein Airbnb-Apart­ment war jedoch außer­or­dent­lich gepflegt und sau­ber und pass­te nicht so recht zum sons­ti­gen Ambi­en­te des Hau­ses. Im 15. Stock war auf 10 m² alles nöti­ge vor­han­den. Es war aller­dings auch nicht ganz bil­lig. Wenn man es etwas kom­for­ta­bler haben will, geht man in das nahe­ge­le­ge Luxus­ho­tel »The Pen­in­su­la« und macht einen Aus­flug in einem vom Hotel zur Ver­fü­gung gestell­ten Rolls-Roy­ce.

Fuß­läu­fig von den Chung­king Man­si­ons (bzw. vom Hotel »The Pen­in­su­la«) ent­fernt befin­det sich die Ufer­pro­me­na­de von Tsim Sha Tsui mit Blick auf die Sky­line von Hong Kong Island.

Ein Teil der Ufer­pro­me­na­de ist die soge­nann­te »Ave­nue of Stars«, die Hong­kon­ger Ver­si­on des »Hol­ly­wood Walk of Fame«, an der gol­de­ne Ster­ne mit den Hand­ab­drü­cken berühm­ter Stars des Hong­kong-Films ange­bracht sind. Auch die »Hong Kong Film Awards Sta­tue« und eine Sta­tue des Kampf­künst­lers Bruce Lee, einer Iko­ne des Mar­ti­al-Art-Films, befin­den sich hier.

Der am west­li­chen Ende der Ufer­pro­me­na­de ste­hen­de Uhren­turm ist das ein­zi­ge Relikt des End­bahn­hofs der Kowloon–Canton Rail­way und ein Wahr­zei­chen Hong­kongs. Der Bahn­hof wur­de 1970 unter Pro­tes­ten abge­ris­sen.

Jeden Abend um 20 Uhr fin­det an der Ufer­pro­me­na­de die Sound-and-Light-Show »A Sym­pho­ny of Lights« statt. Die Show dau­ert etwa 10 Minu­ten, und man kann wäh­rend­des­sen auch eine Hafen­rund­fahrt in einem Tou­ris­ten­boot machen.

Wäh­rend des »Mer­ry Bal­loon Fes­ti­vals«, das zur Zeit mei­nes Auf­ent­halts gera­de statt­fand, wur­de nach der Sound-and-Light-Show, zwi­schen 20:30 Uhr und 22:00 Uhr, das Pla­ne­ta­ri­um des Hong Kong Space Muse­ums zu einer ani­mier­ten Pro­jek­ti­ons­flä­che.

Auch viel moder­ne Archi­tek­tur gibt es in Kow­loon zu sehen. Am Uni­on Squa­re befin­det sich das höchs­te Gebäu­de Hong­kongs, das Inter­na­tio­nal Com­mer­ce Cent­re.

Und in der Nähe das dritt­größ­te Wohn­ge­bäu­de Hong­kongs, »The Arch«, mit Qua­drat­me­ter­prei­sen, die genau­so hoch sind wie das Gebäu­de.

Essen und shop­pen kann man in Kow­loon abends auf dem ziem­lich über­lau­fe­nen »Temp­le Street Night Mar­ket« im Stadt­teil Mong Kok.

Der bekann­tes­te Tem­pel Hong­kongs ist der Wong Tai Sin-Tem­pel. Der dao­is­ti­sche Tem­pel ent­hält auch bud­dhis­ti­sche und kon­fu­zia­ni­sche Ele­men­te. In Chi­na haben sich alle drei Denk­schu­len in Gestalt der »Drei Leh­ren« ver­mischt. Der Namens­ge­ber des Wong Tai Sin-Tem­pels ist Wong Tai Sin, der »Gro­ße Unsterb­li­che Wong«, ein dao­is­ti­scher Hei­li­ger aus dem 4. Jahr­hun­dert. Am Tem­pel herrsch­te reger Betrieb von Leu­ten, die mit Hil­fe von Stäb­chen­ora­kel die Göt­ter um Rat frag­ten.

In einem Neben­schrein des Tem­pels, dem Yue Lao-Schrein, kann man sei­ne Hei­rats­wün­sche an Yue Lao, den Gott der Ehe, rich­ten. Wie das mit roten Schnü­ren geht, steht auf einem Pla­kat neben dem Schrein beschrie­ben.

Die Gebäu­de des 1934 gegrün­de­ten Chi Lin-Non­nen­klos­ter wur­den 1990 mit alten Tech­ni­ken aus der Tang-Zeit aus Holz und ohne Ver­wen­dung von Eisen­nä­gel neu errich­tet. Sie sind die ein­zi­gen Gebäu­de in die­sem Stil in Hong­kong. Die Archi­tek­tur des Klos­ters soll die Har­mo­nie von Mensch und Natur dar­stel­len, auch wenn der Kon­trast zu den Hoch­häu­sern nicht ganz dazu passt.

Über eine Fuß­gän­ger­brü­cke mit dem Klos­ter ver­bun­den ist der Nan Lian-Gar­ten. Alles ist hier nach spe­zi­el­len Regeln ange­ord­net. Beson­ders beein­dru­ckend ist der »Pavil­lon der abso­lu­ten Per­fek­ti­on«.

In den New Ter­ri­to­ries im Nor­den der Halb­in­sel Kow­loon befand sich frü­her die Kow­loon Wal­led City. Im 17. Jahr­hun­dert war sie ein chi­ne­si­scher Mili­tär­pos­ten; 1810 wur­de eine Fes­tung gebaut. Ummau­ert wur­de die Wal­led City 1847; die Mau­er wur­de jedoch wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wie­der abge­ris­sen. Nach­dem 1898 die New Ter­ri­to­ries von den Bri­ten für 99 Jah­re gepach­tet wor­den waren, wur­de der Mili­tär­pos­ten aus dem Pacht­ver­trag aus­ge­nom­men und zu einer chi­ne­si­schen Enkla­ve. Die Fes­tung wur­de danach aller­dings nicht mehr benutzt und ver­fiel. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg ent­stan­den in der Wal­led City unkon­trol­liert Hoch­häu­ser mit klei­nen Woh­nun­gen für die ärme­re Bevöl­ke­rungs­schicht, und mit der Zeit wur­de die Wal­led City zum Ort mit der höchs­ten Bevöl­ke­rungs­dich­te der Welt. Da sie weder von den Chi­ne­sen noch von den Bri­ten effek­tiv kon­trol­liert wur­de, kam es zu orga­ni­sier­tem Ver­bre­chen, Dro­gen­han­del und Pro­sti­tu­ti­on. Mit­te der 1970er Jah­re beschloss die Regie­rung Hong­kongs, här­ter durch­zu­grei­fen, bekam die Pro­ble­me jedoch nicht in den Griff. Zwi­schen 1993 und 1994 wur­de die Wal­led City schließ­lich abge­ris­sen und in einen Park umge­wan­delt. Dabei wur­de auch der his­to­ri­sche Yamen, der frü­her als Gemein­de­zen­trum dien­te, rekon­stru­iert.

Beim Abriss wur­den Fund­stü­cke der ehe­ma­li­gen chi­ne­si­schen Fes­tung ent­deckt, z. B. Res­te des Süd­tors der Fes­tungs­mau­er.

Seit Mai 2025 gibt es im Yamen des Wal­led City Parks die Aus­stel­lung »Twi­light of the War­riers« mit Ori­gi­nal­ku­lis­sen des Action­films »Twi­light of the War­riers: Wal­led In«. Der Film aus dem Jahr 2024 spielt in der düs­te­ren Wal­led City der 1980er Jah­re. 2025 bekam er den Hong Kong Film Award für den »Bes­ten Film«. Ich war wohl der ein­zi­ge Besu­cher der Aus­stel­lung, der den Film nicht gekannt hat.

Wie die Wal­led City frü­her ein­mal aus­ge­se­hen hat, kann man heu­te nur noch auf Fotos sehen.

Eben­falls in den New Ter­ri­to­ries befin­det sich der 1993 eröff­ne­te Ping Shan Heri­ta­ge Trail. Der 1,6 km lan­ge Lehr­pfad führt an eini­gen his­to­ri­schen Gebäu­den vor­bei. Los geht es an der mehr als 600 Jah­re alten Tsui Sing Lau-Pago­de. Ursprüng­lich hat­te sie sie­ben Stock­wer­ke, wovon die obe­ren vier jedoch durch Stür­me zer­stört wur­den. Die Pago­de ver­bes­sert angeb­lich das Feng Shui der Gegend und schützt vor Flut­ka­ta­stro­phen.

Das Ein­gangs­tor von Sheung Cheung Wai führt in ein tra­di­tio­nel­les ummaue­res Dorf. Ein klei­ner Schrein in der Nähe ist dem Erd­gott She Kung gewid­met.

Im Yeung Hau-Tem­pel wird Hau Wong, ein Prinz und Gene­ral der Song-Dynas­tie, ver­ehrt.

Ein wich­ti­ger Bestand­teil des Kon­fu­zia­nis­mus ist die Ahnen­ver­eh­rung. Die Namen der Vor­fah­ren einer Fami­lie wer­den auf Ahnen­ta­feln ein­gra­viert, die in Ahnen­hal­len auf­ge­stellt sind. Eine der größ­ten Ahnen­hal­len Hong­kongs ist die etwa 700 Jah­re alte Tang-Ahnen­hal­le.

In unmit­tel­ba­rer Nähe steht die Yu Kiu-Ahnen­hal­le.

Die Kun Ting Stu­dy Hall dien­te der Vor­be­rei­tung auf das Examen für kai­ser­li­che Beam­te. Das angren­zen­de Gebäu­de Ching Shu Hin war ein Gäs­te­haus für For­scher und Gelehr­te.

Eine wei­te­re Stu­dier­hal­le ist die Yan Tun Kong Stu­dy Hall.

Der Hung Shing-Tem­pel wur­de 1767 vom Tang-Clan errich­tet.

Die Tat Tak-Gemein­de­hal­le war zur Zeit der Über­nah­me der New Ter­ri­to­ries durch die Bri­ten ein Zen­trum anti­bri­ti­scher Akti­vi­tä­ten. Ab 2013 wur­de sie restau­riert.

Die Ping Shan Tang Clan Gal­lery und das Besu­cher­zen­trum waren lei­der geschlos­sen, da ich an einem Mon­tag da war.

Auch die Insel Lan­tau gehört zu den New Ter­ri­to­ries. Sie ist durch Brü­cken mit der Halb­in­sel Kow­loon ver­bun­den; man kann aber auch mit einem Boot zum Dorf Tai O im Wes­ten der Insel fah­ren. Nach der Ankunft mit dem Boot kommt man zunächt an zahl­rei­chen Markt­stän­den vor­bei.

Der ältes­te Tem­pel in Tai O stammt aus dem 15. Jahr­hun­dert und ist dem Kriegs­gott Kwan Tai gewid­met, der eigent­lich ein ver­gött­lich­ter Gene­ral ist. Kwan Tai ist der kan­to­ne­si­sche Name für Guan Yu. An dem klei­nen Platz, an dem der Kwan Tai-Tem­pel steht, befin­det sich auch ein Wand­ge­mäl­de, auf dem der Ort Tai O abge­bil­det ist.

Das Fischer­dorf Tai O lebt heu­te auch vom Tou­ris­mus. Auf einer Boots­fahrt kann man die zahl­rei­che Stel­zen­häu­ser des Dor­fes sehen.

Die Sun Ki-Brü­cke ist ein belieb­ter Ort für Sel­fies.

Eine kur­ze Wan­de­rung führt von Tai O aus zum Fu Shan-Aus­sichts­punkt. Wenn man Glück hat, kann man von dort aus die berühm­ten wei­ßen und rosa Del­fi­ne sehen.

Auf jeden Fall sieht man von dort aus aber einen Teil der Hongkong–Zhuhai–Macau–Brücke, näm­lich das 9,4 km lan­ge Teil­stück, das die nörd­lich von Lan­tau gele­ge­ne Insel Chek Lap Kok mit einer künst­li­chen Insel in der Meer­enge zwi­schen Lan­tau und Chek Lap Kok ver­bin­det. Die Hongkong–Zhuhai–Macau–Brücke ist eine Stra­ßen­ver­bin­dung, die von Hong­kong aus nach Macau und nach Zhuh­ai in Fest­land­chi­na führt und aus meh­re­ren Brü­cken, künst­li­chen Inseln und einem Unter­see­tun­nel besteht. Sie wur­de 2017 fer­tig­ge­stellt und 2018 für den Ver­kehr geöff­net.

Hin­ter dem auf dem Foto zu sehen­den Teil­stück und der künst­li­chen Insel folgt ein 6,7 km lan­ger Unter­see­tun­nel zu einer wei­te­ren künst­li­chen Insel, dem Aus­gangs­punkt der 22,9 km lan­gen Haupt­brü­cke bis zum Grenz­über­gang nach Macau und Zhuh­ai, der sich eben­falls auf einer künst­li­chen Insel befin­det. Auf ins­ge­samt 55 km Län­ge kommt man, wenn man noch die 13,4 km lan­ge Stra­ße von die­sem Grenz­über­gang bis nach Macau und das 2,6 km lan­ge Ver­bin­dungs­stück von Hong­kong nach Chek Lap Kok hin­zu­zählt. Mit die­ser Rech­nung ist die Hong­kong-Zhuh­ai-Macau-Brü­cke dann die längs­te Brü­cken-Tun­nel-Kom­bi­na­ti­on der Welt.

Hin­ter dem Fu-Shan-Aus­sichts­punkt geht es wie­der berg­ab, und man erreicht schließ­lich den Yeung Hau-Tem­pel, der 1699 zu Ehren von Yeung Hau, einem Beam­ten aus der Song-Zeit, errich­tet wur­de.

Das eigent­li­che High­light auf Lan­tau ist aber nicht das Dorf Tai O und die Aus­sicht auf die Hong­kong-Zhuh­ai-Macau-Brü­cke, son­dern der Tian Tan-Bud­dha. Dahin muss­te ich von Tai O aus aller­dings erst noch mit dem Bus fah­ren. Der Tain Tan-Bud­dha ist die größ­te Bud­dha-Sta­tue Hong­kongs. Alt ist sie nicht; ein­ge­weiht wur­de sie 1993.

Zum Bud­dha hin­auf führt eine Trep­pe mit 268 Stu­fen. Oben ange­kom­men kann man den Bud­dha dann umrun­den. Auch in den Bud­dha her­ein­ge­hen kann man; im Inne­ren befin­det sich eine Aus­stel­lungs­hal­le.

Oben hat man auch eine gute Aus­sicht auf das Klos­ter Po Lin, zu dem der Tian Tan-Bud­dha gehört.

Das Klos­ter gehört dem Zen-Bud­dhis­mus an, der in Chi­na Chan-Bud­dhis­mus heißt.

Die Bud­dha-Sta­tu­en in der »Hal­le der Zehn­tau­send Bud­dhas«, einem Neu­bau der letz­ten Jah­re, durf­ten lei­der nicht foto­gra­fiert wer­den.

Statt­des­sen habe ich eini­ge ande­re Bud­dhas in einem ande­ren Gebäu­de foto­gra­fiert.

Auf dem Rück­weg vom Tian Tan-Bud­dha habe ich die Seil­bahn »Ngong Ping 360« genom­men, die vom Dorf Ngong Ping aus nach Tung Chung an der Nord­küs­te Lan­taus fährt.

Tung Chung ist eine Satel­li­ten­stadt mit rie­si­gen Wohn­häu­sern. Ange­bun­den an Cen­tral und Kow­loon ist Tung Chung mit der Tung Chung Line der Hong­kon­ger Metro.

Nach mei­nem neun­tä­gi­gen Auf­ent­halt in Kow­loon bin ich für wei­te­re sie­ben Tage in ein Airbnb-Apart­ment auf Hong Kong Island gezo­gen. Von Kow­loon nach Hong Kong Island kann man ent­we­der mit der U-Bahn fah­ren, oder man setzt mit einer Fäh­re des Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens Star Fer­ry über.

Mein Airbnb-Apart­ment auf Hong Kong Island war genau­so klein wie das in Kow­loon. Es lag im Stadt­teil Cau­se­way Bay, einem Shop­ping­pa­ra­dies mit teu­ren Laden­mie­ten.

Zum Stadt­teil Cen­tral kann man von Cau­se­way Bay aus mit der legen­dä­ren Hong­kon­ger Stra­ßen­bahn, umgangs­sprach­lich »Ding Ding« genannt, fah­ren. Der Fahr­preis ist nied­rig; bezah­len kann man ent­we­der in bar oder mit der Octo­pus-Kar­te, einer wie­der­auf­lad­ba­ren Chip­kar­te zum bar­geld­lo­sen Bezah­len.

Es gibt auch Sight­see­ing-Tou­ren des Unter­neh­mens Tra­mO­r­amic in einer Stra­ßen­bahn mit halb­of­fe­nem Ober­deck. Sie sind aber offen­bar kaum gefragt, jeden­falls nicht, als ich eine gemacht hat­te.

Das Zen­trum Hong Kong Islands ist der Stadt­teil Cen­tral, wo nach 1842 die ers­ten bri­ti­schen Sied­lun­gen ent­stan­den. Frü­her hieß der Stadt­teil Vic­to­ria City. Von der Ufer­pro­me­na­de aus sieht man die Sky­line von Kow­loon.

Heu­te ist Cen­tral ein Finanz- und Geschäfts­zen­trum, in dem es wie­der viel moder­ne Archi­tek­tur zu bewun­dern gibt. Mit 412 Metern Höhe ist das Two Inter­na­tio­nal Finan­ce Cent­re, kurz 2IFC genannt, das zweit­höchs­te Gebäu­de Hong­kongs. Das Schwes­ter­ge­bäu­de One Inter­na­tio­nal Finan­ce Cent­re ist mit nur 210 Metern Höhe viel klei­ner.

Das viert­höchs­te Gebäu­de Hong­kongs ist der Bank of Chi­na Tower, das Gebäu­de links auf dem Foto. Kri­ti­siert wird an ihm, dass sei­ne Archi­tek­tur nicht den Grund­sät­zen des Feng Shui ent­spricht. Vom dritt­größ­ten Gebäu­de Hong­kongs, dem Cen­tral Pla­za in Wan Chai, habe ich lei­der kein Foto, und das höchs­te Gebäu­de Hong­kongs, das Inter­na­tio­nal Com­mer­ce Cent­re, befin­det sich in Kow­loon.

Die etwas älte­re Hong Kong City Hall ist ein Reprä­sen­tant des soge­nann­ten Inter­na­tio­na­len Stils. Heu­te beher­bergt das 1962 fer­tig­ge­stell­te Gebäu­de eine Biblio­thek.

Inmit­ten der vie­len moder­nen Gebäu­den gibt es aber auch noch ein paar his­to­ri­sche. Das Govern­ment House stammt aus dem Jahr 1855 und ist der offi­zi­el­le Amts­sitz des Chief Exe­cu­ti­ve of Hong Kong. Bis 1997 war es die Resi­denz des Gou­ver­neurs von Hong­kong.

Das neo­klas­si­zis­ti­sche Gebäu­de des Obers­ten Beru­fungs­ge­richts wur­de zwi­schen 1900 und 1912 gebaut.

Die Mut­ter­kir­che der angli­ka­ni­schen Dio­zö­se von Hong Kong Island ist die St. John’s Cathe­dral. Der ers­te Sonn­tags­got­tes­dienst wur­de hier 1849 abge­hal­ten.

Auf dem Gelän­de des 1991 eröff­ne­ten Hong Kong Parks befand sich frü­her eine Gar­ni­son der bri­ti­schen Streit­kräf­te.

Eini­ge Gebäu­de aus der bri­ti­schen Zeit sind hier erhal­ten geblie­ben, z. B. das Wavell House der Vic­to­ria Bar­racks.

Das alte Post­amt im Stadt­teil Wan Chai ist das ältes­te erhal­te­ne Post­amt in Hong­kong. Es wur­de zwi­schen 1912 und 1913 gebaut und 1915 eröff­net. 1992 hat es sei­nen Betrieb als Post­amt ein­ge­stellt und dient heu­te als »kNOw Car­bon House« der För­de­rung der Kli­ma­neu­tra­li­tät in Hong­kong. Hong­kong möch­te bis 2050 kli­ma­neu­tral wer­den.

Das soge­nann­te »Blue House« in Wan Chai ist ein Tong Lau, ein tra­di­tio­nel­les Miets­haus für Woh­nun­gen und Geschäf­te. Da es davon in Hong­kong nur noch weni­ge gibt, steht es unter Denk­mal­schutz. Unten im Haus befin­det sich ein Kurio­si­tä­ten­ge­schäft.

Im Stadt­teil Sheung Wan, im Nord­wes­ten von Hong Kong Island, steht die 1906 errich­te­te Markt­hal­le des Wes­tern Mar­ket, die ältes­te erhal­te­ne Markt­hal­le Hong­kongs. Sie wur­de gera­de reno­viert und war daher geschlos­sen. Die Reno­vie­rung soll noch zwei Jah­re dau­ern.

Eben­falls in Sheung Wan, in der Hol­ly­wood Road, befin­det sich der größ­te Man Mo-Tem­pel Hong­kongs. Geweiht ist er zwei Gott­hei­ten, dem Gott der Lite­ra­tur Zhang Yazi und dem Kriegs­gott Kwan Yu. Sei­ner­zeit ver­spra­chen die­se Gott­hei­ten Erfolg bei der chi­ne­si­schen Beam­ten­prü­fung. Heu­te suchen hier Stu­den­ten Erfolg für ihre Uni­ver­si­täts­prü­fun­gen.

Unbe­dingt muss man in Hong­kong auf den Vic­to­ria Peak gefah­ren sein. Mit 552 Metern ist er die höchs­te Erhe­bung auf Hong Kong Island. Mit der Peak Tram, einer 1888 eröff­ne­ten Stand­seil­bahn, kann man bis auf 379 Metern Höhe zum Aus­sichts­turm Peak Tower fah­ren. Mich hat der Vic­to­ria Peak aller­dings nicht beson­ders beein­druckt.

Am süd­li­chen Ende von Hong Kong Island liegt der Stadt­teil Aber­deen. Am Hafen von Aber­deen, frü­her ein Fische­rei­ha­fen, gab es bis 2020 das schwim­men­de Restau­rant Jum­bo King­dom, eine Tou­ris­ten­at­trak­ti­on, die nur mit Fähr­boo­ten erreich­bar gewe­sen ist. Wäh­rend der COVID-19-Pan­de­mie wur­de das Restau­rant geschlos­sen, und 2022 ver­sank es bei einer Über­füh­rung zum Abwra­cken im süd­chi­ne­si­schen Meer.

Nach Aber­deen fah­ren regel­mä­ßig Bus­se. Vom Hafen aus kann man mit einem klei­nen Pas­sa­gier­boot auf die gegen­über­lie­gen­de Insel Ap Lei Chau fah­ren. Ein Spa­zier­gang führt dort zum Litt­le Mount John­s­ton, von wo aus man auf die höchs­te Erhe­bung Ap Lei Chaus, den 196 Meter hohen Mount John­s­ton, bli­cken kann.

Auch gut spei­sen kann man in Hong­kong. Das ältes­te Restau­rant Hong­kongs ist das Luk Yu Tea House im Stadt­teil Cen­tral. Bekannt ist es für sein Dim Sum.

Das Restau­rant Yat Lok hat einen Miche­lin-Stern und ist berühmt für kan­to­ne­si­sche Bra­ten­en­te.


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