Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Dogo Onsen

Matsuyama

26.11.2025–04.12.2025

Die Stadt Mat­su­ya­ma liegt im Nord­wes­ten der Insel Shi­ko­ku, der kleins­ten der vier Haupt­in­seln Japans. Shi­ko­ku ist durch Brü­cken mit der Insel Hons­hu ver­bun­den, und man kann leicht mit dem Zug dort­hin fah­ren.

Die ers­ten bei­den Näch­te habe ich im Hotel Cha­ha­ru im Stadt­teil Dogo Onsen über­nach­tet. Dogo Onsen ist eines der ältes­ten Bade­or­te Japans, und das Hotel Cha­ha­ru liegt direkt neben dem bekann­ten his­to­ri­schen Ther­mal­bad Dogo Onsen Hon­kan, das seit 1894 exis­tiert. Mit der teu­ers­ten Ein­tritts­kar­te für 2500 Yen kann man die Bäder auf allen drei Ebe­nen besu­chen und anschlie­ßend in einem pri­va­ten Ruhe­raum bei einem Tee ent­span­nen.

Auch der Ten­no war häu­fig in Dogo Onsen. Im Ther­mal­bad gibt es eine kos­ten­lo­se Füh­rung durch des­sen Pri­vat­räu­me.

Auch im zweit­be­rühm­tes­ten Ther­mal­bad in Dogo Onsen, dem Asuka-no-Yu, bin ich gewe­sen. Es wur­de 2017 eröff­net und ist im Stil der Asuka-Zeit gebaut.

In der Nähe des Bahn­hofs von Dogo Onsen spielt die Bot­chan Kara­ku­ri-Uhr stünd­lich Musik, wäh­rend Figu­ren aus dem Roman Bot­chan von Soseki Nat­su­me aus der Uhr her­aus­kom­men. Die Uhr wur­de 1994 zum 100. Jah­res­tag der Eröff­nung des Dogo Onsen Hon­kan gebaut.

Auf einem Rund­gang durch Dogo Onsen kann man auch eini­ge Schrei­ne und Tem­pel besich­ti­gen. Eine Trep­pe mit 135 Stu­fen führt zum Isa­ni­wa-Schrein.

Auf einem kur­zen Fuß­weg gelangt man vom Isa­na­wa-Schrein zum Hogon-Tem­pel.

Zum Zen­trum Mat­su­ya­mas, wo ich die anschlie­ßen­den sechs Tage über­nach­tet habe, fährt von Dogo Onsen aus eine Stra­ßen­bahn. Das High­light ist dort die Burg Mat­su­ya­ma, die sich auf einem Hügel im nörd­li­chen Teil eines gro­ßen Parks befin­det. Man kann zu Fuß hin­auf­ge­hen oder eine Seil­bahn neh­men. Die Seil­bahn habe ich auf dem Rück­weg genom­men.

Die Burg stammt aus der Edo-Zeit und ist eine von zwölf Bur­gen in Japan, die noch im Ori­gi­nal­zu­stand erhal­ten sind.

Der Burg­turm Tens­hu wur­de 1784 durch einen Blitz­schlag zer­stört, 1852 aber in sei­ner ursprüng­li­chen Gestalt wie­der­her­ge­stellt.

Auf der Insel Shi­ko­ku gibt es einen bekann­ten bud­dhis­ti­schen Pil­ger­weg, der 88 Tem­pel auf einem Rund­weg um die Insel ver­bin­det. Man muss die Tem­pel aber nicht in einer bestimm­ten Rei­hen­fol­ge besu­chen und kann den Pil­ger­weg auch in meh­re­ren Etap­pen machen. Auch Autos und öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel sind erlaubt; ich habe Pil­ger in Pil­ger­klei­dung gese­hen, die direkt nach dem Besuch eines Tem­pels in ihr Auto gestie­gen sind. Laut Wiki­pe­dia-Arti­kel soll man den voll­stän­di­gen Pil­ger­weg von 1200 km zu Fuß in 30 bis 60 Tagen schaf­fen.

Eini­ge der Tem­pel des Shi­ko­ku-Pil­ger­wegs befin­den sich in der Umge­bung von Mat­su­ya­ma. Ich bin zunächst mit dem Bus zum Ishi­te-ji, dem 51. Tem­pel in der Zäh­lung des Pil­ger­wegs, gefah­ren.

Die Pago­de des Ishi­te-ji wur­de gera­de restau­riert.

Auf einem Hügel hin­ter dem Tem­pel steht eine Sta­tue von Kobo Dai­shi, dem Begrün­der der Shin­gon-Schu­le des Bud­dhis­mus. Legen­den zufol­ge soll Kobo Dai­shi auch den Shi­ko­ku-Pil­ger­weg begrün­det haben.

Vom Ishi­te-ji aus bin ich zu Fuß zum 52. Tem­pel, dem Taisan-ji, gepil­gert. Der Taisan-ji ist gut zehn Kilo­me­ter vom Ishi­te-ji ent­fernt, und der Pil­ger­weg ver­lief größ­ten­teils ent­lang beleb­ter Stra­ßen. Zunächst ging es wie­der nach Dogo Onsen. Am Ishi­te-ji habe ich den Pil­ger­weg aller­dings erst nicht gefun­den. Von einer jun­gen Pil­ge­rin, die ich gefragt habe, habe ich dann von der App »Hen­ro Hel­per« erfah­ren, die man sich als Pil­ger auf sein Smart­phone lädt und auf der alle Etap­pen des Shi­ko­ku-Pil­ger­wegs beschrie­ben sind. Ohne App geht es heu­te auch als Pil­ger nicht mehr. Auf der App gibt es übri­gens zwei vor­ge­schla­ge­ne Ver­sio­nen des voll­stän­di­gen Pil­ger­wegs, eine in 49 Tagen und eine in 42 Tagen. Da muss man sich zu Fuß ganz schön anstren­gen.

Am spä­ten Nach­mit­tag bin ich am Taisan-ji ange­kom­men. Von da aus bin ich dann erst ein­mal mit dem Bus zum Hotel zurück­ge­fah­ren, um am nächs­ten Mor­gen für die nächs­te Etap­pe des Pil­ger­wegs wie­der aus­ge­ruht zum Taisan-ji zurück­zu­kom­men.

Der 53. Tem­pel Enmyo-ji war zum Glück nur knapp drei Kilo­me­ter vom Taisan-ji ent­fernt.

Der 54. Tem­pel Enmei-ji war dann aber doch zu weit weg, und auch die »Hen­ro Helper«-App schlug hier den Zug vor. Ich habe mei­ne kur­ze Pil­ger­rei­se am 53. Tem­pel been­det.


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