14.10.2025–26.10.2025
In Tokio habe ich im Kapselhotel »The Millennials« im Stadtteil Shibuya übernachtet. Es ist ein etwas überteuertes Kapselhotel der Luxusklasse. Die Kapseln heißen Smart Pods, und die Betten können mit einem im Smart Pod vorhandenen iPhone verstellt werden, z. B. in eine flache Schlaf- oder in eine Sofaposition. Auch das Licht im Smart Pod wird mit dem iPhone reguliert. Jeden Abend gibt es in der Lounge von 17:30 Uhr bis 18:30 Uhr Freibier.
Shibuya ist ein etwas abgedrehter Stadtteil für die trendige und konsumorientierte Jugend. Hier gibt es die merkwürdigsten Geschäfte. Im Pokémon Center z. B. kann man Pokémon-Figuren und ähnlich unnützes Zeug kaufen.


Das Restaurant im Pokémon Center war leider ständig ausgebucht, so dass ich die leckeren Gerichte nicht probieren konnte.

Unter Insidern kennt man auch Super Mario, Bugcat Capoo und Gunma-chan.



Rauchen und Trinken in der Öffentlichkeit ist in Shibuya nicht erlaubt. Allerdings wird in Japan mehr geraucht, als ich erwartet hatte. Die ausgewiesenen Raucherzonen waren stets voll.

Die Metropolregion Tokio hat heute etwa etwa 37 Millionen Einwohner, die Stadt Tokio etwa 9 Millionen. Die Straßenkreuzung Shibuya Crossing, ein bekanntes Fotomotiv, wird abends pro Ampelphase von bis zu 2500 Menschen überquert. Trotz der vielen Menschen, die vor allem abends in Shibuya unterwegs sind, ist es hier relativ leise.

Einem »Geheimtipp« zufolge hat man von einer Starbucks-Filiale im ersten Stock auf der gegenüberliegenden Seite einen guten Blick auf die Shibuya Crossing. In der Starbucks-Filiale wird höflich darauf hingewiesen, dass man doch auch etwas kaufen solle, auch wenn man für ein Foto gekommen sei. Die Aussicht durch die spiegelnden Glasscheiben fand ich dann allerdings doch nicht so gut, vor allem, weil man in die »falsche« Richtung fotografiert hat.

Ramen ist eine japanische Nudelsuppe chinesischen Ursprungs, und Ichiran ist eine beliebte Ramen-Restaurent-Kette. In Shibuya gibt es davon zwei Filialen. Draußen vor dem Eingang bekommt man einen QR-Code und muss dann bis zu einer Stunde warten, bis man dran ist. Auf dem Smartphone kann man sehen, wie lang die Warteschlange noch ist. Nachdem man dann die Ichiran-Filiale betreten hat, kommt man zunächst an einem Automaten vorbei, wo man seine Bestellung tätigt und sofort bezahlt. Dann wird man an eine lange Theke mit abgetrennten Bereichen an seinen Platz geführt. Hinter einem Bastvorhang taucht irgendwann jemand auf, der die Bestellung aushändigt.

Mit der Meiji-Restauration 1868 wurde Tokio, das damals Edo hieß, die Hauptstadt Japans. Auf dem Gelände der Burg Edo, die bis dahin der Sitz des Tokugawa–Shoguns war, wurde ein Kaiserpalast errichtet. Vor der Meiji-Restauration hatte der bis dahin machtlose Tenno in Kyoto residiert.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kaiserpalast zerstört und danach wieder aufgebaut. Er kann zwar im Prinzip besichtigt werden, aber nur nach vorheriger Anmeldung und mit Wartezeit. Frei zugänglich ist dagegen der Ostgarten Kokyo Higashi-gyoen des Kaiserpalastes, den man z. B. durch das Ote-mon-Tor betreten kann.


Im Ostgarten befinden sich mehrere restaurierte Gebäude. Das Hyakunin Bansho ist das größte von drei noch existierenden Wachhäusern.

Dort, wo früher die Burg Edo, gestanden hat, sind nur noch einige Ruinen zu sehen. Die Hauptburg Honmaru wurde am Anfang der Meiji-Zeit abgerissen. Der Burgturm wurde bereits beim Mereki-Großbrand 1657 zerstört und ist danach nicht wieder aufgebaut worden. Die neue Kaiserresidenz wurde nach der Meiji-Restauration nur im westlichen Teil des Burggeländes gebaut.

Der größte Teil des alten Burggeländes wurde zu einem öffentlichen Park umgestaltet.

Nach dem Tod des Meiji-Kaisers wurde für ihn ein aufwendiger Schrein gebaut, wo er gemäß »Staats-Shinto« als Gott verehrt wird. Der ursprüngliche Meiji-Schrein von 1920 ist allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört worden; der heutige Schrein ist ein Nachbau von 1958. Auf dem Weg dahin kommt man zunächst an bunten Sake-Fässern, vorbei, die jedes Jahr von der »Meiji Jingu Nationwide Sake Brewers Association« gespendet werden.

Begraben ist der Meiji-Kaiser allerdings nicht im Meiji-Schrein, sondern in der Burg Fushimi in Kyoto. Nur die Seelen von ihm und seiner Frau Shoken sind hier anwesend.



Auf einem Schild an der Temizuya, dem etwas schmucklosen rituellen Reinigungsbecken des Schreins, steht beschrieben, wie man sich vor dem Schreinbesuch rituell zu reinigen hat.

Außer dem Shinto gibt es in Japan auch noch den Buddhismus, der im sechsten Jahrhundert zur Zeit der chinesischen Tang-Dynastie über Korea nach Japan gekommen ist. Ein shintoistischer Kultort ist ein Schrein, auf Japanisch jingu, im Gegensatz zu einem buddhistischen Tempel, auf Japainisch ji. Der älteste buddhistische Tempel Tokios ist der Senso-ji. Auf einem Weg, der durch die beiden Tore Kaminari-mon und Hozo-mon begrenzt ist, gelangt man durch ein Heer von Touristen zur Haupthalle des Tempels, auf Japanisch hondo.



Der Senso-ji ist der Göttin Kannon gewidmet. Eigentlich ist Kannon gar keine Göttin, sondern eine Bodhisattva, eine erleuchtete Person, die anderen auf ihrem Weg zur Erleuchtung hilft.




Neben der Haupthalle des Tempels befindet sich der shintoistische Asakusa-Schrein. Er wurde 1649 von Tokugawa Imetsu, dem dritten Shogun aus der Tokugawa-Dynastie, errichtet. In ihm werden die drei Männer verehrt, die für den Bau des Senso-ji verantwortlich waren. Shinto und Buddhismus haben sich in Japan bis zur Meiji-Restauration vermischt. Danach wurde eine staatliche Trennung der Religionen verordnet.

Ein anderer shintoistischer Schrein in Tokio, der von weniger Touristen besucht wird, ist der Hie-Schrein. Durch den Inari Sando gelangt man durch zahlreiche rote Torii zum Schrein. Der Inari Sando ist eine kleine Version der Torii-Wege des bekannten Fushimi Inari-Taisha-Schreins in Kyoto.


Der Hie-Schrein selbst ist nicht besonders spektakulär. Er wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1967 wieder aufgebaut.

Auf dem Schreingelände stehen einige Affenstatuen.


Auch konfuzianische Tempel gibt es in Toko. Abseits der Touristenpfade befindet sich der Yushima Seido, den ich im Rahmen einer »Free Walking Tour« durch Tokio besichtigt habe. Im Garten steht eine Konfuzius-Statue.



Kabuki ist das traditionelle japanische Theater, und das Kabukiza-Theater ist das größte Kabuki-Theater in Japan. Hier findet fast täglich eine Kabuki-Aufführung statt, die aus mehreren langen Akten besteht, die über den Tag verteilt aufgeführt werden. Komplett dauert eine solche Aufführung viele Stunden; man kann aber auch Tickets für einzelne Akte kaufen. Leider war das November-Programm gerade beendet, so dass ich keine Kabuki-Aufführung mehr besuchen konnte. Auf der Website »Kabuki on Demand« kann man sich jedoch einen kostenpflichtigen Kabuki-Video-Stream ansehen.

Der Tokyo Skytree ist das dritthöchste Bauwerk der Welt. Er wurde zwischen 2008 und 2012 gebaut und wird Abends mit wechselnden Farben illuminiert.

Der Tokyo Tower sieht aus wie der Pariser Eiffelturm, ist aber etwas höher. Er wurde 1958 fertiggestellt und befindet sich in der Nähe des buddhistischen Tempels Zojo-ji.

Da es in Tokio mittlerweile ziemlich bewölkt geworden war, bin ich auf die beiden Türme nicht heraufgefahren.
Mount-Fuji-Tour
17.10.2025
Der Fuji-san ist der höchste Berg Japans. In der Shinto-Religion gilt er als heilig. Er kann bestiegen werden, aber die Saison dafür endet bereits Mitte September. In Tokio werden Touren angeboten, auf denen man den Fuji von mehreren Orten aus sehen und fotografieren kann. Der erste Stopp der Tour war bei einem Lawson-Laden. Der Sicht auf den Fuji mit dem Lawson-Laden im Vordergrund ist ein beliebtes Fotomotiv, ich weiß aber nicht warum.

Der zweite Stopp war der Oishi-Park, wo man den Fuji mit bunter Bepflanzung im Vordergrund fotografieren konnte.

Der Oishi-Park liegt am Kawaguchi-See. Auch mit dem See im Vordergrund macht sich der Fuji ganz gut.

Dann ging es nach Oshino Hakkai, einem von Touristen überlaufenen Ort mit acht Teichen, die vom Schmelzwasser des Fuji gespeist werden. An einem der Teiche kann man sich das angeblich gesunde Wasser in mitgebrachten Flaschen abfüllen und mit nach Hause nehmen.



Im Arakurayama-Sengen-Park gibt es eine fünfstöckige Pagode, die ein beliebter Vordergrund für Mount-Fuji-Bilder ist.


Um zum perfekten Platz für das Foto zu gelangen, hätte man sich allerdings in eine lange Schlange von Touristen einreihen müssen. Oberhalb gab es aber noch einen etwas weniger perfekten Platz ohne Touristenschlange, von wo aus man jedoch nur den oberen Teil der Pagode auf dem Foto hat. Hat mir aber ausgereicht.

Der letzte Stopp war die Honcho-Straße im Ort Fujiyoshida. Im Internet gibt es spektakuläre Fotos mit Blick auf den Fuji von der Honcho Straße aus. Auf der Mount-Fuji-Tour waren die Lichtverhältnisse allerdings nicht so gut, so dass der Fuji auf meinem Foto keinen besonderen Eindruck macht. Wenigstens war aber der Himmel wolkenlos, und so konnten wir den Fuji auf jedem Stopp unserer Tour gut sehen. Laut Reiseleiter gibt es auch Tage, wo man überhaupt nichts sieht.

Da es täglich mehrere Mount-Fuji-Touren gibt, die alle dieselben Orten anfahren, war es überall von Touristen überlaufen.
Kamakura
20.10.2025
Fünfzig Kilometer südwestlich von Tokio liegt der Ort Kamakura. Mit dem Zug ist er leicht für einen Tagesausflug zu erreichen. Kamukara war die Residenz von Minamoto Yoritomo, der 1192 vom damals bereits machtlosen Tenno zum Shogun ernannt wurde und das Kamakura-Shogunat gründete. Während der Kamakura-Zeit war Kamakura somit faktisch die Hauptstadt Japans. Bekannt ist Kamakura durch die große Buddhastatue im Tempel Kotoku-in, die ursprünglich vollständig mit Blattgold überzogen war.

Es gibt noch viele weitere buddhistische Tempel in Kamakura. Der Hase-dera ist der vierte Tempel des Pilgerwegs Bando Sanjusankasho, einem Pilgerweg aus 33 Tempeln, der der Göttin Kannon gewidmet ist. Im Inneren des Hase-dera befindet sich eine elfköpfige Kannon-Statue aus Holz, die leider nicht fotografiert werden durfte.

Auf dem Tempelgelände befindet sich außerdem die Höhle Benten Kutsu mit kleinen Figuren der Gottheit Benzaiten.

Nikko
23.10.2025
Die Stadt Nikko, 140 km nördlich von Tokio, ist zwar eigentlich etwas zu weit für einen Tagesausflug, ich bin aber dennoch an einem Tag mit dem Zug hin- und zurückgefahren. Mit einer Direktverbindung ist man in zwei Stunden in Nikko. Leider müssen die Direktzüge vorher reserviert werden und sind oft ausgebucht, und so musste ich auf langsamere Züge ausweichen und habe für die Fahrt nach Nikko mit einem Umstieg mehr als drei Stunden benötigt.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Nikko ist der Shinto-Schrein Nikko Tosho-gu, in dem sich das Mausoleum von Tokugawa Ieyasu, des Begründers des Tokugawa-Shogunats, befindet. Im Jahr 1600 wurde Tokugawa Ieyasu mit der für ihn siegreichen Schlacht von Sekigahara zum Alleinherrscher Japans und beendete damit eine mehr als zweihundert Jahre dauerende Zeit von Kriegen zwischen lokalen Feudalherren, den sogenannten Daimyos. 1603 wurde er dann vom Tenno zum Seii Taishogun ernannt. Die anschließende Edo-Zeit war eine Periode des Friedens unter der Herrschaft der Tokugawa-Shogune, die in Edo, dem heutigen Tokio, residierten.


Vom Bahnhof aus ist der Nikko Tosho-gu leicht zu Fuß zu erreichen. Kurz hinter dem Eingang zum Schreingelände kommt man zunächst an einem heiligen Pferdestall vorbei, an dem sich die berühmte Schnitzerei der drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen, befindet.


Auf einer Treppe geht man dann zum goldverzierten Haupttor Yomei-mon hinauf.

Dahinter befindet sich das ebenso prunkvolle Chinesische Tor Kara-mon, das zum Hauptgebäude des Schreins führt.

Die Urne mit den Überresten Tokugawa Ieyasus befindet sich aber nicht dort, sondern im hinter dem Hauptschrein etwas oberhalb gelegenen sogenannten Inneren Schrein Okusha. Um dahin zu gelangen, geht man zunächst nach rechts zu einem kleinen Schrein, in dem sich die Holzschnitzerei Nemuri-neko des japanischen Künstlers Hidari Jingoro aus dem 17. Jahrhundert befindet. Sie zeigt eine schlafende Katze, ist ziemlich berühmt und muss unbedingt fotografiert werden.

Hinter der schlafenden Katze geht man durch das Sakashita-mon zu einer steilen Treppe.


An Ende der Treppe kommt man, bevor man den bronzenen Schrein Okusha Hoto sieht, in dem sich die Urne mit den Überresten Tokugawa Ieyasus befindet, zunächst noch an der Gebetshalle Okusha Haiden vorbei.


Der Okusha Hoto kann dann in einer andachtsvollen Prozession umrundet werden. Tokugawa Ieyasu wird hier als ein Gott, auf Japanisch kami, verehrt.

Auch einen buddhistischen Tempel gibt es auf dem ansonsten rein shintoistischen Schreingelände des Tosho-gu. An der Decke des Yakushi-do befindet sich ein berühmtes Drachengemälde. Obwohl man für den Besuch des Yakushi-do zusätzlichen Eintritt bezahlen muss, darf man das Gemälde nicht fotografieren.

Etwas unterhalb des Tosho-gu außerhalb des Schreinbezirks befindet sich der ebenfalls buddhistische Tempel Rinno-ji. Er stammt aus dem Jahr 766 und ist somit wesentlich älter als der Tosho-gu. Am Eingang steht ein Ishidorii, ein Tor, das ansonsten vor allem vor Shinto-Schreinen steht.


In der Zeremoniehalle Daigomado des Rinno-ji fand gerade eine sogenannte Goma-Zeremonie statt, eine rituelle Feuerzeremonie, die ihren Ursprung im Hinduismus hat.

In Nikko gibt es noch eine Vielzahl weiterer Tempel und Schreine, die auf einem Tagesausflug gar nicht alle besichtigt werden können. Der buddhistische Tempel Taiyu-in ist das Mausoleum des dritten Tokugawa-Shoguns Tokugawa Iemitsu. Unter ihm begann die Abschottung Japans von ausländischen Einflüssen. Außenhandel wurde nur noch mit China und der Niederländischen Ostindien-Kompanie betrieben, und die Bevölkerung wurde mit polizeistaatlichen Mitteln überwacht. Das Christentums, das im 16. Jahrhundert durch spanische und portugiesische Missionare nach Japan gelangt war, wurde (erneut) verboten, und zahlreiche Christen wurden getötet.
Der Taiyu-in ist bedeutend schlichter als der Nikko Tosho-gu. Man betritt ihn durch vier hintereinanderliegende Tore. Das erste ist das Nio-mon.

In der Nähe des Nio-mon befindet sich die prunkvoll gestaltete rituelle Waschstelle Omizuya.

Das zweite Tor ist das Niten-mon mit eindrucksvollen Statuen von zweien der vier Himmelskönige.



Nach einigen Treppen kommt dann das dritte Tor Yasha-mon.

Hinter dem vierten und letzten Tor, dem Kara-mon, befindet sich die Haupthalle Honden des Tempels.


Außerdem gibt es noch ein fünftes Tor, das Koka-mon. Dahinter befindet sich das eigentliche Mausoleum Tokugawa Iemitsus. Das Tor war aber leider geschlossen.

Wieder zurück im Ort Nikko konnte ich gerade noch kurz vor Schluss die berühmte Shinkyo-Brücke betreten. Die Holzbrücke stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert, wurde aber bei einer Flutkatastrophe 1902 weggespült und 1904 wieder aufgebaut. Warum sie so berühmt ist, weiß ich nicht, aber sie wird von allen Nikko-Touristen pflichtbewusst fotografiert.

Mit dem Shinkansen nach Kanazawa
26.10.2025
Vom Tokioter Bahnhof aus fahren japanische Hochgeschwindigkeitszüge Shinkasen in alle Richtungen des Landes. Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1914 wurde vom japanischen Architekten Tatsuno Kingo entworfen.

Auf der Hauptstrecke nach Kyoto gibt es alle 15 Minuten einen Shinkansen. Ich bin auf einer anderen Strecke mit einem Shinkansen nach Kanazawa gefahren.



Im Shinkansen gibt es keinen Restaurant-Wagen. Für die Verpflegung kann man sich am Bahnhof eine sogenannte Bento-Box kaufen, in dem die verschieden Speisen in einer Box durch Trennwände getrennt sind.


Die japanische Sprache
Japanisch habe ich mit einer Kombination der beiden Apps Busuu und Duolingo gelernt. Ähnlich der Babbel-App, die leider kein Japanisch anbietet, erklärt Busuu auch die Grammatik und die Struktur der japanischen Sprache, die sich von europäischen Sprachen stark unterscheidet. Mit Duolingo hingegen kann man gut japanische Vokabeln lernen, da ständig dieselben Sätze eingepaukt werden. In Duolingo gibt es ferner die Möglichkeit, japanische Schriftzeichen einzuüben. Ich habe festgestellt, dass Duolingo etwas besser ist, wenn man als Basissprache Englisch statt Deutsch einstellt.
Im Japanischen gibt es drei verschiedene Schriftsysteme, Hiragana, Katakana und Kanji. Die Kanji-Zeichen stammen usprünglich aus China und unterscheiden sich nur leicht von chinesischen Schriftzeichen. Im Japanischen werden Nomina und die Wortstämme von Verben und Adjektiven in Kanji geschrieben. Das grammatische Drumherum wird dagegen in Hiragana geschrieben, und Katakana wird für die Transkription fremdsprachiger, meist englischer Wörter verwendet. Dabei wird die Aussprache des Fremdwortes mit Katakana-Zeichen nachgebildet. Das klappt nicht immer so genau, und mir fiel es dann meistens schwer, das englische Pendant eines solchen Wortes zu »erraten«.
Hiragana und Katakana sind Silbenschriften. Für Kanji-Zeichen gibt es zwei verschiedene Lesarten. In der On-Lesung richtet sich die Aussprache eines Kanji-Zeichens nach dem Klang des Zeichens im Chinesischen. Die Bedeutung des Zeichens im Chinesischen spielt dabei keine Rolle. In der Kun-Lesung dagegen richtet sich die Aussprache eines Kanji-Zeichens nach der Bedeutung des Wortes im Chinesischen. Es handelt sich dabei dann um eine Art Übersetzung des Zeichens ins Japanische. Vor mehr als zwanzig Jahren bin ich auf einer Reise durch China einmal einem Japaner begegnet, der mit den Chinesen kommunizierte, indem die er japanische Kanji-Zeichen auf einen Block schrieb. Die Chinesen konnten ihn offenbar verstehen.
Nachtrag vom 12.12.2025: Viele japanische Wörter habe ich gegen Ende meines Japan-Aufenthalts noch nicht gelernt. Die Hiragana- und die Katakana-Zeichen habe ich mit Duolingo eingeübt; die Kanji-Zeichen kann ich dann ja noch in China lernen. 🙂

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