Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Vancouver

Vancouver

04.09.2025–08.09.2025, 13.09.2025–18.09.2025

Die Stadt Van­cou­ver ist nach dem bri­ti­schen Kapi­tän Geor­ge Van­cou­ver benannt, der im 18. Jahr­hun­dert die Pazi­fik­küs­te bis nach Alas­ka erforscht hat. Enstan­den ist Van­cou­ver in den 1860er Jah­ren wäh­rend eines kur­zen Gold­rauschs. Bis zur Eröff­nung der trans­kon­ti­nen­ta­len Eisen­bahn­li­nie 1887 war Van­cou­ver nur eine klei­ne Säge­werk­sied­lung; die Stadt­grün­dung erfolg­te erst 1886. Mit der Eisen­bahn­li­nie erleb­te Van­cou­ver dann einen wirt­schaft­li­chen Auf­schwung.

In Down­town Van­cou­ver befin­det sich am Cana­da Place eine Anle­ge­stel­le für Kreuz­fahrt­schif­fe. Wäh­rend der Sai­son fah­ren von hier aus täg­lich meh­re­re Kreuz­fahrt­schif­fe nach Alas­ka.

Gegen­über befin­det sich das Van­cou­ver Con­ven­ti­on Cent­re.

Vom nahe­ge­le­ge­nen Van­cou­ver Loo­kout aus hat man eine Rund­um­sicht auf Van­cou­ver. Lei­der kann man nur durch Glas­schei­ben foto­gra­fie­ren.

Älte­re Gebäu­de ste­hen in Van­cou­ver unmit­tel­bar neben moder­nen Hoch­häu­sern. Das Cus­toms Exami­ning Warehouse stammt von 1913 und das Hotel Geor­gia von 1927.

Das Mari­ne Buil­ding von 1930 ist dem Empire Sta­te Buil­ding in New York nach­ge­bil­det und war bis 1939 das höchs­te Gebäu­de Van­cou­vers. Die Ein­gangs­hal­le des Art-déco-Gebäu­des ist im Stil eines Maya-Tem­pels gestal­tet (was ich aller­dings nicht erken­nen konn­te).

Von 1939 bis 1972 war dann das Fairm­ont Hotel, auch unter dem Namen Hotel Van­cou­ver bekannt, das höchs­te Gebäu­de Van­cou­vers. Das Gebäu­de im Art-déco-Stil spie­gelt sich in den dane­ben­ste­hen­den glä­ser­nen Hoch­häu­sern.

Vom Vic­to­ry Squa­re aus sieht man das Domi­ni­on Buil­ding und das mar­kan­te Woodward’s Buil­ding.

Das Roed­de House ist eins der weni­gen erhal­te­nen vik­to­ria­ni­schen Häu­ser Van­cou­vers. Im Inne­ren befin­det sich ein Muse­um (was lei­der geschlos­sen war, als ich da war).

Die neo­klas­si­zis­ti­sche Water­front Sta­ti­on stammt von 1914 und war bis 1977 End­punkt der trans­kon­ti­nen­ta­len Eisen­bahn­li­nie. Heu­te fah­ren hier nur noch regio­na­le Züge, und der End­punkt der trans­kon­ti­nen­ta­len Eisen­bahn­li­nie ist die wei­ter öst­lich gele­ge­ne Paci­fic Cen­tral Sta­ti­on.

Der ältes­te Stadt­teil Van­cou­vers ist Gas­town, heu­te ein Aus­geh­vier­tel. Der Name Gas­town stammt vom bri­ti­schen Sied­ler John Deigh­ton, der unter dem Namen »Gas­sy Jack« bekannt war und hier das ers­te Lokal eröff­net hat. Bei einem Brand von 1886 wur­den fast alle Gebäu­de Gas­towns zer­stört. Die heu­ti­gen Gebäu­de, wie das Hud­son House und das Domi­ni­on Buil­ding (das genau genom­men nicht mehr zu Gas­town gehört), stam­men aus dem frü­hen 20. Jahr­hun­dert. Das Domi­ni­on Buil­ding stammt von 1908 und war bis 1910 das größ­te Gebäu­de des Bri­tish Empire.

In Gas­town steht eine Dampf­uhr, die zu jeder Vier­tel­stun­de den West­mins­ter­schlag spielt. Die Uhr wird mit Was­ser­dampf aus einer Fern­hei­zung betrie­ben und ist das High­light von Gas­town. Zu jedem West­mins­ter­schlag ste­hen hier zahl­rei­che Tou­ris­ten her­um.

Van­cou­ver ist eine Stadt mit vie­len Grün­an­la­gen. Der Stan­ley Park ist der größ­te Stadt­park Kana­das. Er ist zum gro­ßen Teil bewal­det. Im Park gibt es zwei Seen.

Vom Aus­sichts­punkt Lowden’s Loo­kout im Nor­den des Stan­ley Parks kann man Con­tai­ner- und Kreuz­fahrt­schif­fe sehen, die auf dem Bur­rard Inlet unter der Lions Gate Bridge hin­durch­fah­ren.

In North Van­cou­ver, einer eige­nen Stadt an der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Bur­rard Inlet, liegt Grou­se Moun­tain, der Haus­berg Van­cou­vers.

Auf den Berg führt ein stei­ler Weg, der Grou­se Grind, mit einer Län­ge von 2,9 km und einer Höhen­dif­fe­renz von 853 m. Es ist ein belieb­ter Sport, die Zeit zu mes­sen, die man für den Auf­stieg benö­tigt. Man kann aber auch, so wie ich, mit der Sky­ri­de-Gon­del auf den Grou­se Moun­tain fah­ren. Her­un­ter muss man sowie­so die Gon­del neh­men, da ein Abstieg nicht erlaubt ist. Zur Tal­sta­ti­on des Sky­ri­de fährt ein kos­ten­lo­ser Shut­tle­bus vom Cana­da Place aus. Von der Berg­sta­ti­on aus kann man dann einen etwa ein­stün­di­gen Wan­der­weg bis zum 1231 Meter hohen Gip­fel. Oder man nimmt dafür den Ses­sel­lift. Den habe ich für den Abstieg genom­men.

Oben auf dem Grou­se Moun­tain geht es ziem­lich tou­ris­tisch zu. Es wer­den zahl­rei­che Out­door-Akti­vi­tä­ten gebo­ten, und auch eine kos­ten­lo­se »Lum­ber­jack-Show« gibt es. Im Win­ter ist der Grou­se Moun­tain ein Ski­ge­biet.

In einem Gehe­ge, dem »Refu­ge for End­an­ge­red Wild­life«, konn­te ich dann end­lich die Grizz­ly­bä­ren sehen, die ich auf mei­ner Bären­tour in Whist­ler nicht gese­hen hat­te.

Im Jahr 2010 wur­de auf dem Grou­se Moun­tain eine Wind­kraft­an­la­ge in Betrieb genom­men. Die Aus­sichts­platt­form auf dem »Eye of the Wind« war jedoch lei­der geschlos­sen.

Capilano River Regional Park

06.09.2025

Über­nach­tet habe ich Van­cou­ver im HI Down­town Hos­tel. Vom Hos­tel aus macht der Vol­un­teer Erik Graff seit 1995 zwei­mal wöchent­lich geführ­te Tou­ren in die Umge­bung. Erik stammt ursprüng­lich aus Däne­mark, ist aber schon vor lan­ger Zeit nach Kana­da aus­ge­wan­dert. Sei­ne Tou­ren sind äußerst popu­lär und wer­den sogar in Rei­se­füh­rern wie dem Lonely Pla­net gelobt. Ich habe an einer Tour durch den Capil­a­no River Regio­nal Park teil­ge­nom­men, die jeden Frei­tag statt­fin­det. Zu Beginn der Tour haben wir uns zunächst im Café des nahe­ge­le­ge­nen YMCA-Hotels Ver­pfle­gung für das Mit­tag­essen gekauft, weil die Sand­wi­ches dort angeb­lich am preis­güns­tigs­ten sind. Mit dem Sea­Bus, einer Fäh­re über den Bur­rard Inlet, sind wir dann nach North Van­cou­ver gefah­ren.

Dort ging es dann mit einem öffent­li­chen Bus wei­ter zum Capil­a­no Lake, einem Stau­see zur Was­ser­ver­sor­gung Van­cou­vers, der durch den Capil­a­no River gespeist wird. Die Sicht auf die umlie­gen­den Ber­ge war lei­der wie­der durch Rauch von Wald­brän­den ein­ge­trübt.

Der Capil­a­no Lake ist Teil des Capil­a­no River Regio­nal Park, einem Wald mit rie­si­gen Bäu­men und vie­len Wan­der­we­gen.

An der Capil­a­no River Hat­chery haben wir unser zuvor gekauf­tes Mit­tag­essen ein­ge­nom­men. Die Zucht­sta­ti­on wur­de gebaut, um den Lachs­be­stand, der durch den Bau des Stau­damms gefähr­det ist, zu stär­ken. Durch Glas­schei­ben kann man sehen, wie Lach­se auf einer Fisch­trep­pe von einem Becken ins nächs­te sprin­gen.

End­punkt der Tour war die Capil­a­no Sus­pen­si­on Bridge, eine Seil­brü­cke über den Capil­a­no River. Die Sus­pen­si­on Bridge ist eine Haupt­at­trak­ti­on Van­cou­vers, und es wim­mel­te hier nur so von Tou­ris­ten.

Im Sus­pen­si­on Bridge Park auf der ande­ren Sei­te der Seil­brü­cke kann man auf klei­ne­ren Seil­brü­cken einen Rund­gang durch den Wald machen.

Dann ging es mit öffent­li­chen Bus­sen zurück nach Van­cou­ver. Eriks Tour war bes­tens orga­ni­siert, und für die Sus­pen­si­on Bridge hat Erik redu­zier­te Ein­tritts­prei­se aus­ge­han­delt. Für den nor­ma­len Ein­tritts­preis von umge­rech­net etwa 46 € hät­te sich ein Besuch der Sus­pen­si­on Bridge m. E. nicht gelohnt.


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