21.06.2025–28.06.2025
Der Ort Santarém liegt an der Mündung des Rio Tapajós in den Rio Amazonas.

So wie Belém und Manaus ist auch Santarém während des Kautschukbooms reich geworden. Zeugen des ehemaligen Reichtums sind zahlreiche Häuser mit blauen Azulejos und andere alte Häuser.




Die Hauptkirche Santaréms, die Catedral Metropolitana Nossa Senhora da Conceição, liegt an der Praça da Matriz und wird im Wikipedia-Artikel als eine besondere Sehenswürdigkeit gelistet. Auf mich hat sie allerdings einen eher schlichten Eindruck gemacht. Vor der Kirche befindet sich ein kleiner Markt.


Die Praça Fortaleza do Tapajós hieß ursprünglich Praça do Mirante. Früher stand hier eine Festung, die aber nie fertiggestellt wurde.

Tagsüber wird man auf der Uferpromenade von heißer und schwüler Luft erdrückt, abends kann man hier jedoch bei angenehmeren Temperaturen flanieren. Auch zahlreiche Schiffe legen hier an. Das Terminal für die größeren Schiffe wie die »Amazon-Star« liegt allerdings etwa drei Kilometer westlich.

Ebenfalls an der Uferpromenade befindet sich das kleine Museu João Fona. Ursprünglich war das Gebäude Rathaus und Gefängnis. Heute sind hier archäologische Fundstücke ausgestellt.

Zur Zeit meines Aufenthalts in Santarém wurde gerade der 364. Jahrestag der Stadtgründung gefeiert. Auf der Praça Tiradentes, die an der Uferpromenade liegt, gab es Live-Musik. Die war allerdings zum Weglaufen, was ich dann auch getan habe.

Die Tiere der Amazonasregion sieht man am besten auf einer Bootstour. Zahlreiche solcher Touren gibt es am Touristenzentrum an der Uferpromenade. Die Standardtour dauert zwei Stunden. Ich hatte Glück, und als ich am Touristenzentrum ankam war gerade eine Gruppe da, mit der ich den Preis der Bootstour teilen konnte. Zunächst haben wir Delfine gesichtet, wofür meine Kompaktkamera mal wieder nicht ausreichte.



Auch zahlreiche Vogelarten gab es zu sehen.





Viehzucht wird im Amazonasgebiet ebenfalls betrieben.

Die Höhepunkte der Tour waren die Faultiere.




Alter do Chão
23.06.2025–26.06.2025
Der kleine Ort Alter do Chão liegt etwa 32 Kilometer westlich von Santarém am Rio Tapajós. Stündlich fährt ein Bus von Santarém nach Alter do Chão, der etwa eine Stunde benötigt. Wegen der Strände in der Umgebung ist Alter do Chão ein beliebter Urlaubsort für einheimische Touristen. Meine Unterkunft im Ort war allerdings kaum belegt.

Im Zentrum von Alter do Chão, an der Praça Central, befindet sich die Hauptkirche des Ortes, die Igreja de Nossa Senhora da Saúde, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Sie gehört zum »Historischen Erbe von Santarém« und wurde 2011 renoviert.

Abends erwacht an der Praça Central das Leben. Es öffnen einige Restaurants, und an zahlreichen Ständen gibt es Streetfood, z. B. Tacacá, ein typisches Gericht des Amazonasgebiets indianischen Ursprungs. Es besteht aus einer gelblichen Brühe namens Tucupi, einer Maniokstärke namens Tapioka, Jambu und getrockneten Garnelen.

Ein kleiner Steg in der Nähe meiner Unterkunft war ein beliebter Ort für den Sonnenuntergang.

Die nähere Umgebung kann man auch in Alter do Chão am besten auf einer Bootstour sehen. Ich konnte eine solche Bootstour direkt in meiner Unterkunft organisieren.

Zunächst ging es durch den Canal do Jari zur sogenannten Trilha das Preguiças, auf Deutsch Faultierpfad. Zur Hochwasserzeit kann der Faultierpfad nur mit einem Kanu befahren werden.




Während der halbstündigen Fahrt haben wir vom Kanu aus dann auch tatsächlich Faultiere gesehen.




Und einen Riesentagschläfer.

Der nächste Stopp auf der Bootstour war der Jardim de Vitória-Régia, ein Seerosenteich, der von einer Frau names Dona Dulce angelegt wurde. Dona Dulce hat Rezepte für Gerichte aus Bestandteilen der Victoria-Seerose entwickelt, die vor Ort gekostet werden konnten.



Am Ende der Bootstour haben wir dann noch an einem der Strände auf den Sonnenuntergang gewartet.

Nach drei Tagen in Alter do Chão bin ich mit dem Bus wieder zurück nach Santarém gefahren.

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