06.06.2025–18.06.2025
Die Bus von São Luís nach Belém fuhr mit einer Stunde Verspätung los und kam mit drei Stunden Verspätung an. Die Fahrt dauerte dadurch insgesamt fast neunzehn Stunden. Belém ist nicht so schön wie Salvador da Bahia oder São Luís, aber auch in Belém gibt es Häuser mit blauen portugiesischen Azulejos.

Übernachtet habe ich in einem Hotel, von dem aus man eine gute Aussicht auf die Praça da República hatte. Jeden Sonntag findet dort eine Art Kunstmarkt statt, auf der viel Kram, aber auch Streetfood und Bier verkauft wird. Auf der Praça da República befindet sich auch das neoklassizistische Theatro da Paz, das am Ende des 19. Jahrhunderts während der sogenannten Belle Époque brasileira gebaut wurde. Zu dieser Zeit war Belém aufgrund des Kautschukbooms eine wirtschaftlich bedeutende Stadt Brasiliens und entsprechend wohlhabend.



Die Kathedrale von Belém stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie steht in der Altstadt Cidade Velha an der Praça Frei Brandão.

Ebenfalls an der Praça Frei Brandão, befindet sich die Igreja de Santo Alexandre, ursprünglich Sitz der Gesellschaft Jesu in Belém und heute ein Museum mit Kunstwerken indigener Bildhauer.

Der historische Ursprung Beléms ist das Forte do Presépio, das 1616 zum Schutz vor niederländischen und englischen Invasoren errichtet wurde.



Vom Fort aus hat man eine gute Sicht auf den Hafen und den blauen Mercado Ver-o-Peso.

Der Mercado Ver-o-Peso ist ein überdachter Fischmarkt, der 1901 eröffnet wurde. Er wurde zu einem der sieben Weltwunder Brasiliens gewählt und 1998 und 2002 renoviert. Ver-o-Peso heißt auf Deutsch »Achte auf das Gewicht«. Auf dem Markt wurden früher die Waren gewogen und auf das Gewicht eine Steuer erhoben.


An der Anlegestelle für Fischerboote Doca do Ver-o-Peso werden die gefangenen Fische im Freien verkauft.


Neben dem Mercado Ver-o-Peso befindet sich das renovierte und 2020 wiedereröffnete Solar da Beira, in dem heute Kunsthandwerk für Touristen verkauft wird. Das Obergeschoss, in dem man normalerweise essen kann, war leider geschlossen.

Der Fleischmarkt Mercado Municipal de Carnes Francisco Bolonha wurde ebenfalls renoviert. Im Inneren steht eine Gusseisenkonstruktion mit zahlreichen kleinen Pavillions. Zur Zeit meines Besuchs war der Markt größtenteils allerdings schon wieder geschlossen. Insbesondere der Teil, wo sich eine gusseiserne Wendeltreppe mit einer Aussichtsplattform befindet, war nicht zu besichtigen. Ein Mittagessen an einem der Pavillions konnte ich allerdings bekommen.


Ein weiterer Platz in der Altstadt Beléms ist die Praça Felipe Patroni. Hier befinden sich zwei bedeutende Paläste. Das Gebäude, in dem sich heute das Museu do Estado do Pará befindet, war ursprünglich ein Palast für den portugiesischen Hof. Im Palácio Antônio Lemos befinden sich heute das Rathaus und ein Kunstmuseum.


Etwas außerhalb der Altstadt befindet sich die Basílica de Nossa Senhora de Nazaré. Sie stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und ist Zentrum des Círio de Nazaré, des größten religiösen Festes in Brasilien. In einer Prozession wird dann eine Marienstatue von der Kathedrale von Belém bis zur Basilika bis getragen. Außerhalb des Festes hat die Basilika auf mich allerdings einen etwas nüchternden Eindruck gemacht.

Auf dem Markt in Belém habe ich mir eine Hängematte für eine Schifffahrt auf dem Amazonas-Fluss gekauft. Leider musste ich die Fahrt um eine Woche verschieben, da ich mich im nicht besonders schönen Belém erst noch von einer Magenverstimmung erholen musste.

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