Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Tren Patagónico

Viedma

27.02.2025–28.02.2025

Etwas nörd­lich von Puer­to Madryn und mit dem Bus in etwa sechs Stun­den zu errei­chen liegt der Ort Vied­ma. Dort habe ich nur eine Zwi­schen­über­nach­tung gemacht, um am nächs­ten Tag den Tren Para­gó­ni­co nach Bari­lo­che zu neh­men. In Vied­ma gibt es nicht viel zu sehen. Man kann aber mit der Fäh­re über den Río Negro zum schö­ne­ren Nach­bar­ort Car­men de Pata­go­nes über­set­zen. Da der Tren Para­gó­ni­co erst am spä­ten Nach­mit­tag los­fuhr, hat­te ich dazu noch Zeit.

Ursprüng­li­che hieß Vied­ma Mer­ce­des de Pata­go­nes und Car­men de Pata­go­nes Fuer­te del Car­men. In Car­men de Pata­go­nes ist man bemüht, alles für den Tou­ris­mus her­zu­rich­ten. Vie­le Tou­ris­ten sind aller­dings trotz­dem nicht da. In der Nähe der Anle­ge­stel­le der Fäh­re kann man im Museo Emma Noz­zi eini­ges über die Geschich­te des Ortes erfah­ren. Neben dem Muse­um führt die Cal­le del Muel­le zum Haupt­platz, der Pla­za 7 de Mar­zo.

Hier steht die Par­ro­quia Nues­tra Seño­ra del Car­men. Frü­her stand hier ein Fort zum Schutz vor Über­grif­fen von Pira­ten und Bra­si­lia­nern. Vom Fort ist nur noch ein Turm übrig­ge­blie­ben. Als ich da war, war der aller­dings abge­sperrt und konn­te nur durch einen Git­ter­zaun gese­hen wer­den.

In der Nähe des Plat­zes wird den Tou­ris­ten das Haus La Car­lo­ta als ein typi­sches Haus im Kolo­ni­al­stil prä­sen­tiert. Es stammt aus den 1820er Jah­ren und hat auf mich kei­nen her­aus­ra­gen­den Ein­druck gemacht.

Auf der Pasa­je San José de Mayo gelangt man wie­der zurück zum Río Negro und zur Anle­ge­stel­le der Fäh­re. Aus irgend­ei­nem Grund ist die Pasa­je berühmt; ich weiß aber nicht war­um.

Der frü­he­re argen­ti­ni­sche Prä­si­dent Raúl Alfon­sín hat­te ein­mal vor, die Dop­pel­stadt Vied­ma und Car­men del Pata­go­nes zur neu­en Haupt­stadt Argen­ti­ni­ens zu machen.

Am spä­ten Nach­mit­tag gegen 17 Uhr star­te­te dann der Tren Pata­gó­ni­co im Bahn­hof von Vied­ma sei­ne Fahrt nach Bari­lo­che. Lei­der ver­lief fast die gesam­te Fahrt durch die Pam­pa wäh­rend der Nacht, und man konn­te daher nicht viel sehen. Viel zu sehen gab es aller­dings auch nicht, da sich die Land­schaft bis zum nächs­ten Mor­gen kaum änder­te. Dann ging es etwas abwechs­lungs­rei­cher durch die Anden im Wes­ten Pata­go­ni­ens.

Der Tren Pata­gó­ni­co ist oft aus­ge­bucht. Daher habe ich mei­ne Fahr­kar­te bereits Wochen vor­her in Bue­nos Aires gekauft. Als der Zug los­fuhr waren dann aller­dings doch noch vie­le Plät­ze frei. Der Zug ist kein Tou­ris­ten­zug, und es fah­ren vor allem Argen­ti­ni­er, die an den zahl­rei­chen Bahn­hö­fen der Stre­cke ein- und aus­stei­gen. Ver­mut­lich ist es dann doch schwie­rig, kurz­fris­tig noch eine Fahr­kar­te für die gesam­te Stre­cke von Vied­ma nach Bari­lo­che zu bekom­men. Der Zug hat auch Schlaf­wa­gen­ab­tei­le; ich habe mich aber mit einem ein­fa­chen Lie­ge­sitz begnügt. Einen Spei­se­wa­gen gibt es auch; das Früh­stück war aller­dings ziem­lich beschei­den.


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