04.11.2024–06.11.2024
Ein Highlight in Bolivien ist eine Tour durch den Salar de Uyuni, der größten Salzpfanne der Erde. Solche Touren dauern meistens drei Tage, starten in Uyuni und enden wahlweise in San Pedro de Atacama in Chile oder wieder in Uyuni. Ich habe eine solche Tour bei Andes Salt Expeditions gebucht. Es war nicht die billigste Tour, dafür gab es aber Übernachtungen in relativ komfortablen Einzelzimmern, und jeden Abend zum Sonnenuntergang wurde eine Flasche Rotwein geöffnet. Der Führer der Tour, der gleichzeitig der Fahrer war, war fachkundig und gab ausführliche Erklärungen.
Der erste Stopp war ein Eisenbahnfriedhof in der Nähe von Uyuni. Hier verlief eine jetzt stillgelegte Abzweigung der Eisenbahnlinie von La Paz nach Antofagasta. Danach ging es in die Salzpfanne. Sie liegt auf einer Höhe von 3653 Metern westlich von Uyuni. Die Salzkruste entstand vor etwa 10000 Jahren durch Austrocknen des Tauca-Sees. Während der Regenzeit ist die Salzpflanne mit einer Wasserschicht bedeckt, auf der sich die Umgebung spiegelt. Allerdings war gerade keine Regenzeit und es gab daher keine Spiegelungen.




Das mitgebrachte Mittagessen haben wir im Salzhotel »Playa Blanca« gegessen. Das Hotel liegt an einer ehemaligen Strecke der Rallye Dakar, die zwischen 2014 und 2018 durch den Salar de Uyuni verlief. Dann ging es weiter zur Isla Incahuasi, einer Erhebung inmitten der Salzpfanne. Sie ist das Produkt vulkanischer Aktivität. Heute wachsen hier Kakteen der Art Leucostele atacamensis, eine nur in dieser Gegend vorkommenden Kakteenart. Die Kakteen wachsen pro Jahr nur etwa einen Zentimeter. Einige von ihnen sind mehrere hundert Jahre alt.



Im Salar de Uyuni wird Salz abgebaut, das in Form von Blöcken abtransportiert wird. Aus solchen Salzblöcken wurde auch das Hotel gebaut, in dem ich in Uyuni übernachtet habe. Heute wird im Salar de Uyuni auch Lithium abgebaut.

Durch die eigentliche Salzpfanne ging es nur am ersten Tag der Tour. Übernachtet haben wir in einem Hostel, das ebenfalls komplett aus Salzblöcken gebaut war. Am nächsten Morgen konnten wir auf dem Weg zum Salar de Chiguana einige Nandus sehen.


Der Salar de Chiguana ist eine Senke, in die Wasser aus dem Salar de Uyuni sickert. Sie liegt etwas südlich des Salar de Uyuni. Mitten durch den Salar de Chiguana verläuft eine Eisenbahnlinie nach Uyuni.

Am 5870 Meter hohen Vulkan Ollagüe gab es einen kurzen Fotostopp. Der Vulkan markiert die Grenze zu Chile.


Südöstlich des Vulkans befindet sich auf 4480 Metern Höhe die Laguna Cañapa, ein Paradies für Flamingos, die sich im Salzwasser der Lagune spiegeln. Die Weiße an der Lagune ist Borax.








Auch ein paar Vicuñas waren an der Lagune zu sehen.


Bis zur chilenischen Grenze ging es von jetzt an immer weiter in südliche Richtung. Auf dem Weg zur Laguna Charcota lief ein Andenschakal am Wagen vorbei und bekam ein Stück Fleisch, das vom Frühstück übriggeblieben war. Die Laguna Charcota liegt auf über 4000 Metern Höhe an der Grenze zu Chile.



Auf dem Weg zur Siloli-Wüste machten wir an einer Stelle Halt, an der sich Bergviscachas aufhielten.

Auf 4575 Metern Höhe haben wir in der Siloli-Wüste unser Mittagessen eingenommen. Hier hat die Erosion bizarre Felsformationen hervorgebracht, darunter den Árbol de Piedra.




Am Nachmittag haben wir dann die Laguna Colorada erreicht. Sie liegt auf 4278 Metern Höhe. Die rote Färbung dieser Lagune entsteht durch Algen und Mineralien. Drei Arten von Flamingos halten sich an der Lagune auf, Chileflamingos, Andenflamingos und Jamesflamingos. Die Lagune liegt in der Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa, für die wir Eintritt bezahlen mussten.




Nach einer Übernachtung in einem einfachen Hostel sind wir am nächsten Morgen bereits sehr früh aufgestanden, da der Wagen an diesem Tag noch den weiten Weg zurück nach Uyuni vor sich hatte. Vorher ging es aber noch zur Sol de Mañana, einem 4850 Meter hohen Geothermalgebiet mit Geysiren und Fumarolen. Es war der höchste Punkt der Tour. Die Luft ist hier stark schwefelhaltig. Überall standen Warnschilder, die darauf hinwiesen, dass man nicht zu nahe an die Geysire herantreten solle. Wenn man hereinfällt gibt es keine Rettung.




Der Salar de Chalviri liegt auf etwa 4400 Metern Höhe. An seinem westlichen Rand gibt es heiße Quellen, ein Thermalbad und eine Lagune mit Flamingos.


Südlich vom Salar de Chalviri liegt die Salvador Dalí-Wüste. Die Steinformationen sollen an surrealistische Werke des spanischen Künstlers Salvador Dalí erinnern.

Die letzte Station der Tour war die Laguna Verde. Ihre grünliche Färbung kommt von ihrem hohen Gehalt an Magnesium, Calciumcarbonat, Blei und Arsen. Deshalb leben hier auch keine Flamingos. Im Hintergrund sieht man den 5920 Meter hohen inaktiven Vulkan Licancabur. Er liegt an der Grenze zu Chile.

Der Grenzposten Hito Cajón befindet sich auf einem 4488 Meter hohen Pass. Nach den Grenzformalitäten sind zwei der Teilnehmer der Tour und ich in einen Bus umgestiegen, der uns zum nahegelegenen Ort San Pedro de Atacama gebracht hat, wo wir gegen Mittag ankamen. Die beiden andere Tourteilnehmer haben sich zusammen mit dem Fahrer auf den langen Rückweg nach Uyuni begeben.

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