Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Quito

Quito

26.07.2024–30.07.2024, 08.08.2024–12.08.2024

Ent­ge­gen mei­nen sons­ti­gen Gepflo­gen­hei­ten bin ich nach Qui­to, der Haupt­stadt Ecua­dors, nicht mit dem Bus gefah­ren, son­dern geflo­gen. Ich hat­te mich dabei von den nega­ti­ven Nach­rich­ten über die poli­ti­sche Situa­ti­on in Ecua­dor und über den Dro­gen­schmug­gel im kolum­bia­nisch-ecua­do­ria­ni­schen Grenz­ge­biet abschre­cken las­sen. Im Nach­hin­ein habe ich das bedau­ert und hät­te doch den Bus neh­men sol­len, was aller­dings zwei Tage in Anspruch genom­men hät­te. Glück­li­cher­wei­se gab es Direkt­flü­ge vom kolum­bia­ni­schen Cali aus, aller­dings nur zwei­mal die Woche mon­tags und frei­tags. Am Frei­tag bin ich dann früh mor­gens mit einem Shut­tle von Popayán zum Flug­ha­fen nach Cali gefah­ren, wo ich dann noch meh­re­re Stun­den auf den Flug war­ten muss­te. Gegen ein Uhr mit­tags ging es los. Die Maschi­ne war nur mit weni­gen Per­so­nen besetzt und man bat uns daher, uns gleich­mä­ßig im Flug­zeug zu ver­tei­len. Spä­ter gab es eine Zwi­schen­lan­dung in Gua­ya­quil, wo eini­ge Pas­sie­re aus­stie­gen und neue Pas­sa­gie­re ein­stie­gen. Ab da war das Flug­zeug dann etwas bes­ser belegt, aber noch lan­ge nicht voll. Ab Gua­ya­quil war der Flug ein Inlands­flug, wes­we­gen ich mein Gepäck erneut ein­che­cken muss­te. Es war der ers­te Flug auf mei­ner Welt­rei­se, aber es wird wohl auch nicht der letz­te gewe­sen sein.

Ecua­dor und ins­be­son­de­re die Stadt Qui­to sind etwas unsi­cher. Der Stadt­füh­rer in der »Free Wal­king Tour« hat uns aller­dings erklärt, dass die aktu­el­len schlech­ten Nach­rich­ten über Ecua­dor über­trie­ben sei­en und die momen­ta­ne Situa­ti­on in Ecua­dor der Nor­mal­fall sei. Das his­to­ri­sche Zen­trum Qui­tos wur­de von zahl­rei­chen Poli­zis­ten bewacht, und auch die Gegend, in der mein Hos­tel, das Secret Gar­den Hos­tel, lag, galt als sicher. Von der Ter­as­se des Hos­tels aus hat­te man eine gute Aus­sicht auf die Stadt.

Das his­to­ri­sche Zen­trum von Qui­to ist UNESCO-Welt­kul­tur­er­be und konn­te auf einer »Free Wal­king Tour« besich­tigt wer­den. Qui­to liegt 2850 Meter über dem Mee­res­spie­gel, was man auf die­ser Tour auch gemerkt hat. Abends wird es in Qui­to ziem­lich kühl. Hier eini­ge Bil­der aus der Alt­stadt.

Die Igle­sia de la Com­pa­ñía ist berühmt durch ihre Fas­sa­de aus Vul­kan­ge­stein und ihren reich ver­zier­ten ver­gol­de­ten Innen­raum. Ihr Bau begann im 17. Jahr­hun­dert und dau­er­te bis zum 18. Jahr­hun­dert.

Sehens­wert ist auch die Pla­za de San Fran­cis­co mit der Basí­li­ca de San Fran­cis­co aus dem 16. Jahr­hun­dert. Frü­her befand sich dort der Palast des letz­ten Inka­herr­schers Ata­hual­pa.

Die am Rand des his­to­ri­schen Zen­trums gele­ge­ne Basí­li­ca del Voto Nacio­nal stammt aus dem frü­hen 20. Jahr­hun­dert. Bekannt ist sie durch die Dar­stel­lung ein­hei­mi­scher Tie­re an der Außen­fas­sa­de.

Einen guten Aus­blick auf Qui­to und die umlie­gen­den Vul­ka­ne hat man vom Aus­sichts­punkt El Pan­ecil­lo aus. Man kann dort­hin zwar zu Fuß gehen, der Weg gilt aber als unsi­cher. Daher wur­de mir im Hos­tel gera­ten, bes­ser ein Taxi zu neh­men.

Ein bekann­tes und teue­res Hotel in Qui­to ist das direkt in der Alt­stadt gele­ge­ne Hotel Pla­za Gran­de. Im zuge­hö­ri­gen Restau­rant, dem Café Pla­za Gran­de, habe ich die ecua­do­ria­ni­sche Natio­nal­spei­se Locro de papa, eine Kar­tof­fel­sup­pe mit Käse, geges­sen. Ein ande­res Mal habe ich dort Hela­do de Pai­la, Eis mit Früch­ten, bestellt. Es wur­de von einem Cucu­ru­cho, einem Büßer in vio­let­tem Gewand und spit­zer Büßer­müt­ze, den man nor­ma­ler­wei­se in Qui­to auf der Kar­frei­tags­pro­zes­si­on sieht, ser­viert. Trotz der Ähn­lich­keit hat er nichts mit dem Ku-Kux-Klan zu tun.

Mein Auf­ent­halt in Qui­to bestand aus zwei Tei­len, unter­bro­chen durch einen Abste­cher auf die Gala­pa­gos­in­seln. Bei mei­nem zwei­ten Auf­ent­halt habe ich in einem ande­ren Hos­tel direkt in der Alt­stadt über­nach­tet. In der Alt­stadt fand gera­de das Fes­ti­val de luces statt, in der u. a. die Igle­sia de San­to Dom­in­go und die Basí­li­ca de San Fran­cis­co mit wech­seln­den Moti­ven beleuch­tet wur­den. Dabei gab es einen gro­ßen Men­schen­auf­lauf.

Wie der Name bereits andeu­tet, führt durch Ecua­dor der Äqua­tor. Die­ser Umstand erfährt in Ecua­dor gro­ße Auf­merk­sam­keit, u. a. durch das Monu­ment La Mit­ad del Mun­do, das etwa 23 Kilo­me­ter nörd­lich von Qui­to liegt. Die­ses Monu­ment soll direkt durch den Äqua­tor ver­lau­fen, der dort durch eine gel­be Linie mar­kiert ist. Laut Wiki­pe­dia-Arti­kel liegt der Äqua­tor neue­ren Erkennt­nis­sen zufol­ge jedoch 240 Meter wei­ter nörd­lich, und auf den Bil­dern mit der gel­ben Äqua­tor­li­nie in der Mit­te steht man in Wirk­lich­keit mit bei­den Bei­nen auf der Süd­halb­ku­gel.

Das gilt auch für die rot mar­kier­te Äqua­tor­li­nie im Museo Inti­ñan, einem päd­ago­gi­schen Muse­um, in dem man eini­ge Effek­te des Äqua­tors haut­nah erfah­ren kann. So z. B. den Corio­lis-Effekt, der zu bei­den Sei­ten der Äqua­tor­li­nie demons­triert wird. Auf der einen Sei­te des Äqua­tors fließt das in ein Becken geschüt­te­te Was­ser im Uhr­zei­ger­sinn ab, auf der ande­ren Sei­te ent­ge­gen des Uhr­zei­ger­sinns. Die­se und ande­re Vor­füh­run­gen sind aller­dings schon des­halb gemo­gelt, weil der Äqua­tor ja in Wirk­lich­keit gar nicht an der rot mar­kier­ten Äqua­tor­li­nie des Muse­ums, son­dern 240 Meter wei­ter nörd­lich ver­läuft. Außer­dem ist der Corio­lis-Effekt zu schwach, um ihn bei abflie­ßen­dem Was­ser beob­ach­ten zu kön­nen. Im Muse­um wird das Was­ser bereits in der »rich­ti­gen« Rich­tung ins Becken geschüt­tet.

Ein Tagesausflug zum Vulkan Cotopaxi

10.08.2024

Von Qui­to aus kann man einen orga­ni­sier­ten Tages­aus­flug zum Natio­nal­park Coto­pa­xi machen. Mit einem Van fuh­ren wir zu einem Park­platz, der sich bereits auf 4580 Metern Höhe befin­det, um dann bis auf 4864 Metern Höhe zum Refu­gio José Rivas hin­auf­zu­stei­gen. Vor­her, auf dem Weg von Qui­to zum Park­platz, haben wir noch einen Stopp an einem Laden gemacht, wo man sich zur Vor­be­rei­tung einen Coca-Tee kau­fen konn­te. Coca-Blät­ter sol­len gegen die Höhe hel­fen. Am Ein­gang des Natio­nal­parks gab es dann noch einen wei­te­ren Laden, wo man sich gegen die Käl­te Müt­zen und Hand­schu­he aus Alpa­ka­wol­le kau­fen konn­te.

Zum Refu­gio José Rivas gibt es zwei Wege, einen stei­len direk­ten und einen leich­te­ren, in Ser­pen­ti­nen ver­lau­fen­den. Wegen des star­ken Win­des hat uns der Rei­se­lei­ter den direk­ten Weg emp­foh­len. Der Weg ist zwar nicht beson­ders lang, dau­ert aber wegen der Höhe in gemäch­li­chem Tem­po etwa eine Stun­de. Oben ange­kom­men, habe ich mich dann erst ein­mal in der Hüt­te mit einem Kakao gestärkt, bevor ich die Sicht auf den 5897 Meter hohen Gip­fel des Vul­kans Coto­pa­xi genos­sen habe. Die­ser war aller­dings die meis­te Zeit in Wol­ken gehüllt. Am Refu­gio kann man auch über­nach­ten, wenn man am nächs­ten Tag wei­ter bis zum Gip­fel wan­dern will, was dann aller­dings tech­ni­sche Berg­steig­er­fä­hig­kei­ten vor­aus­setzt und nur in Beglei­tung eines erfah­re­nen Berg­füh­rers mög­lich ist.

Zurück zum Park­platz konn­te der Ser­pen­ti­nen-Weg genom­men wer­den, da der Wind inzwi­schen abge­flaut war. Dann ging es mit dem Van noch kurz zur Lagu­ne Lim­pio­pungo, wo man bei kla­rem Wet­ter eine gute Sicht auf den Vul­kan Coto­pa­xi gehabt hät­te. Lei­der war es an die­sem Tag bewölkt.


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