Die Grenzen der Welt

Eine Welterkundung


Mandungua

Über die San-Blas-Inseln nach Kolumbien

21.06.2024–26.06.2024

Von Pana­ma gibt es kei­nen Land­weg nach Kolum­bi­en, da die Pan­ame­ri­ca­na im soge­nann­ten Darién Gap unter­bro­chen ist. Für Leu­te, die nicht flie­gen wol­len, bie­ten eini­ge Unter­neh­men mehr­tä­gi­ge Boots­fahr­ten durch das San-Blas-Archi­pel ent­lang der kari­bi­schen Küs­te an, die in Kolum­bi­en gleich hin­ter der Gren­ze enden. Man hat die Wahl zwi­schen einem Segel­törn oder einem Insel­hop­ping mit einem Speed­boat. Ich habe mich für die zwei­te Vari­an­te ent­schie­den. Mit San Blas Fron­te­ra und San Blas Adven­tures gibt es zwei Unter­neh­men, die vier­tä­gi­ge Speed­boat-Tou­ren mit drei Über­nach­tun­gen auf den San-Blas-Inseln anbie­ten. Zunächst hat­te ich für den 19.06.2024 eine sol­che Tour bei San Blas Fron­te­ra gebucht. Die muss­te ich jedoch absa­gen, da ich in Pana­ma-Stadt krank gewor­den bin und außer­dem der Beginn der Tour dann auch noch kurz­fris­tig wegen einer Fei­er­lich­keit auf einer der Inseln um einen Tag vor­ver­legt wor­den ist. Da ich aber schon bald wie­der auf dem Damm war und mir die nächs­te Tour bei San Blas Fron­te­ra zu spät war, habe ich für den 21.06.2024 eine Tour bei San Blas Adven­tures gebucht.

Das Unter­neh­men San Blas Adven­tures hat im Nach­hin­ein einen etwas pro­fes­sio­nel­le­ren Ein­druck auf mich gemacht. Einen Tag vor Beginn der Tour gab es eine Vor­be­spre­chung, in der alle wich­ti­gen Details der Rei­se geklärt wur­den. So wur­de z. B. dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man sein gro­ßes Gepäck regen­fest machen soll­te, da es auf den Boots­fahr­ten star­ke Regen­güs­se geben könn­te und das Gepäck offen auf dem Speed­boat trans­por­tiert wird. Fer­ner kommt man an das gro­ße Gepäck wäh­rend der gesam­ten Tour nicht mehr her­an. Alle für die Rei­se not­wen­di­gen Din­ge habe ich in den klei­nen Tages­ruck­sack getan und in mei­nem gro­ßen Ruck­sack alles in Plas­tik­tü­ten gepackt.

Abge­holt wur­de ich früh mor­gens um fünf Uhr bei mei­nem Airbnb-Appar­te­ment in Pana­ma-Stadt. Zusam­men mit drei wei­te­ren Leu­ten, die jedoch etwas völ­lig ande­res gebucht hat­ten als ich, fuh­ren wir zur Pazi­fik­küs­te zu einem Ort namens Car­ti. Nach etwa zwei Stun­den gab es eine kur­ze Früh­stücks­pau­se an einem Super­markt. Da habe ich dann auch die ande­ren Teil­neh­mer der Tour gese­hen, die in ande­ren Fahr­zeu­gen unter­wegs waren. In Car­ti ange­kom­men, haben wir an einer Boots­an­le­ge­stel­le auf das Speed­boat gewar­tet. Am spä­ten Vor­mit­tag ging es dann zu unse­rer ers­ten Insel des San-Blas-Archi­pels namens Ort­dub.

Die San-Blas-Inseln lie­gen in einem vom Volk der Kuna bewohn­ten auto­no­men Gebiet namens Guna Yala. Neben den 365 Inseln des Archi­pels, wovon nur 57 bewohnt sind, gehö­ren auch noch eini­ge Orte auf dem Fest­land dazu, so auch der Ort Car­ti, von wo aus wir los­ge­fah­ren sind. Die Kuna haben eine eige­ne Spra­che und nur weni­ge spre­chen Spa­nisch oder gar Eng­lisch. Der Suf­fix dub, mit dem die Namen vie­ler Inseln des San-Blas-Archi­pels enden, bedeu­ted in der Kuna-Spra­che Insel.

Die Insel Ort­dub ist nicht per­ma­nent bewohnt. Rotie­rend für jeweils drei Mona­te wohnt dort nur eine ein­zi­ge Kuna-Fami­lie und ver­dient etwas Geld durch den Ver­kauf von Geträn­ken an Tou­ris­ten. Viel kann das nicht sein. Ansons­ten leben die Kuna von Land­wirt­schaft und Fisch­fang. Ver­mut­lich kom­men die meis­ten Ein­nah­men aber von Ange­hö­ri­gen, die in Pana­ma-Stadt oder sonst wo arbei­ten.

Auf Ort­dub haben wir etwas geschnor­chelt und zu Mit­tag geges­sen und sind dann witer zur Insel Bug­adub gefah­ren, auf der wir dann auch über­nach­tet haben.

Die Inseln waren im Prin­zip alle ähn­lich. Es waren wun­der­schö­ne Inseln zum Schwim­men, Schnor­cheln und Chil­len. Abends gab es immer ein von den Orga­ni­sa­to­ren der Tour auf­wän­dig zube­rei­te­tes aus­ge­zeich­ne­tes Din­ner, auf Bug­adub sogar Hum­mer. Geschla­fen haben wir in einer Hüt­te in Hän­ge­mat­ten, was beque­mer war, als es auf den ers­ten Blick aus­sieht.

Am nächs­ten Mor­gen hat es bis zum Mit­tag gereg­net und es wur­de schon in Erwä­gung gezo­gen, auf Bug­adub zu blei­ben und erst einen Tag spä­ter wei­ter­zu­fah­ren, was die Tour dann um einen Tag ver­län­gert hät­te. Mit­tags hör­te es dann aber auf zu reg­nen und es ging doch noch wei­ter nach Gor­gi­dub, wo wir die nächs­te Nacht wie­der in Hän­ge­mat­ten ver­bracht haben.

Da wir jetzt mit unse­rer Rei­se etwas in Ver­zug gera­ten waren, haben wir am dar­auf­fol­gen­den Tag auf den Inseln Man­dun­gua und Ati­dub jeweils nur eine kur­ze Zeit ver­bracht und sind dann zu der etwas grö­ße­ren Insel Cale­do­nia gefah­ren.

Auf Cale­do­nia gibt es einen per­ma­nent bewohn­ten Ort, der uns in einem Rund­gang von einem ein­hei­mi­schen Kuna gezeigt wor­den ist. Am Ende des Rundangs wur­de dann auch noch ein tra­di­tio­nel­ler Kuna-Tanz auf­ge­führt.

Über­nach­tet haben wir dies­mal in einem Hos­tel in einem rich­ti­gen Bett. Aller­dings gab es da Bett­wan­zen, was ich bereits am Abend bemerkt hat­te. Glück­li­cher­wei­se gab es genug freie Bet­ten im Hos­tel und ich bin in ein wan­zen­frei­es Bett umge­zo­gen. Am nächs­ten Mor­gen habe ich dann erfah­ren, dass auch ande­re in der Nacht von Bett­wan­zen atta­ckiert wor­den waren. Eine wei­te­re Nacht in einer Hän­ge­mat­te wäre mir lie­ber gewe­sen.

Von Cale­do­nia ging es am nächs­ten Mor­gen mit dem Boot wei­ter zum Grenz­ort Puer­to Obal­día, wo wir die Aus­rei­se­stem­pel aus Pana­ma beka­men. Danach wei­ter mit dem Boot über die Gren­ze nach Kolum­bi­en zum klei­nen Strand­ort Sap­zur­ro, wo wir bei dröh­nen­der Musik aus Laut­spre­chern ein paar Stun­den am Strand ver­bracht und zu Mit­tag geges­sen haben. Dann, wie­der mit dem Boot, über die Gren­ze nach Capur­ganá, wo es die kolum­bia­ni­schen Ein­rei­se­stem­pel gab. In Capur­ganá ende­te unse­re Tour mit einem gemein­sa­men Abend­essen in einem ita­lie­ni­schen Restau­rant. Es gab Lasa­gne.

Alles in allem war die Tour aus mei­ner Sicht eher etwas für Strand­freun­de. Von der Lebens­wei­se der Kuna haben wir nur auf der Insel Cale­do­nia etwas erfah­ren. Die ande­ren Inseln waren rei­ne Urlaubs­pa­ra­die­se. Die meis­ten Teil­neh­mer, vom Alter her mit­te 20, haben die Aben­de bis spät in die Nacht mit Gesell­schafts­spie­len u. ä. ver­bracht. Ich als Früh­auf­ste­her bin dann lie­ber zei­tig in mei­ne Hän­ge­mat­te gegan­gen.

Die Wei­ter­rei­se von Capur­ganá aus war jeder­manns eige­ne Sache. Ich bin noch zwei Näch­te in Capur­ganá geblie­ben und dann mit Fäh­re und Bus über Neco­clí nach Car­ta­ge­na gefah­ren.


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