05.04.2024–07.04.2024
Guatemala-Stadt wird von Touristen meistens gemieden. Die Stadt ist auch nicht besonders sehenswert. Der sich im Zentrum befindende Parque Central mit der Kathedrale und dem Nationalpalast wirkte auf mich etwas leblos.


Im Eisenbahnmuseum kann man von der guten alten Zeit, in der es in Guatemala noch Personenverkehr per Eisenbahn gab, träumen. Seit 2007 werden in Guatemala nicht einmal mehr Güter per Bahn transportiert.




Das Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie ist vielleicht der wichtigste Grund, nach Guatemala-Stadt zu kommen.




Wie bestellt man etwas online in Guatemala?
Der Grund, warum ich nach Guatemala-Stadt gekommen bin, war eine Online-Bestellung, die ich bei einem großen US-amerikanischen Online-Versandhändler gemacht hatte. Ich hatte nämlich in Belize die Ersatzbatterien für meine Kamera irgendwo liegengelassen. Im Geschäft sind solche Spezialbatterien hier natürlich nirgendwo zu bekommen. Also wollte ich sie mir bei dem oben genannten Online-Versandhändler bestellen und zu einem Hostel in Guatemala liefern lassen. Aber so einfach war es dann doch nicht. Der Online-Versandhändler verschickt nämlich kaum irgendetwas nach Guatemala oder in irgend ein anderes zentralamerikanisches Land, außer vielleicht nach Mexiko.
Auf dieses Problem haben sich einige Unternehmen in den USA spezialisiert. Man kann nämlich in den USA bestellen und seine Bestellung dann zunächst an ein solches Unternehmen liefern lassen. Dieses verschickt die Sachen dann an jeden beliebigen Ort der Welt weiter. Eines dieser Unternehmen ist Planet Express; dort habe ich einen Account eingerichtet und meine Bestellung dahin liefern lassen. Damit sich das Ganze auch lohnt, habe ich noch eine ganze Reihe weiterer Dinge bestellt, insgesamt für etwa € 250. Denn allein der Weiterversand nach Guatemala mit FedEx kostet über € 100. Die Bestellung verlief problemlos und nach ein paar Tagen war alles bei Planet Express angekommen. Planet Express hat zwei verschiedene Lager, eines davon in Oregon. Da es in Oregon keine Mehrwertsteuer gibt, kann man sich diese sparen, wenn man das Lager in Oregon wählt.
Von Planet Express wollte ich dann alles per FedEx zu meinem Hostel in San Marcos La Laguna in Guatemala schicken lassen, wo ich für eine längere Zeit war. Aber zunächst war da das Problem, dass meine Bestellung in drei Paketen geliefert wurde. Also hätte ich dann drei mal die € 100 Versandkosten an FedEx zahlen müssen. Zum Glück gibt es bei Planet Express die Möglichkeit, seine Lieferung zu »konsolidieren«. D. h. es werden meine drei Pakete geöffnet, alle überflüssigen Verpackungen entfernt und alles in ein einziges kleines Paket gepackt. Diese »Konsolidierung« kostet natürlich extra.
Dann ging das Paket nach Guatemala. Nach wenigen Tagen war es in einer FedEx-Filiale in Guatemala-Stadt angekommen. Voller Freude erwartete ich das Paket also demnächst in meinem Hostel in San Marcos. Doch daraus wurde leider nichts. Als ich San Marcos verlassen wollte, war das Paket noch immer in Guatemala-Stadt. Ich habe mein Problem einem Mitarbeiter des Hostels erklärt und er hat sich die Tracking-Nummer notiert. Notfalls würde ich dann nach San Marcos zurückkehren, nachdem ich aber erst einmal nach Quetzaltenango und Chichicastenango wollte. Der Mitarbeiter des Hostels lies allerdings durchblicken, dass das Paket vermutlich nie in San Marcos eintreffen würde.
So war es dann auch. Das Paket war zwei Wochen nach seiner Ankunft in Guatemala-Stadt noch immer in der FedEx-Filiale. Also begab ich mich dorthin. Am Freitagnachmittag nahm ich im Feierabendverkehr ein Taxi zur FedEx-Filiale. Obwohl diese nur etwa acht Kilometer von meinem Hostel entfernt war, benötigte das Taxi hin und zurück einschließlich der Wartezeit bei FedEx mehr als zwei Stunden. Und dann sollte ich auch noch € 150 Zoll und Mehrwertsteuer zahlen! Aus der Rechnung dafür ging nicht hervor, was für zollpflichtige Dinge ich denn da eigentlich bestellt haben sollte. Mir blieb nichts anderes übrig, als auch das noch zu bezahlen. Dann wurde mir endlich mein Paket ausgehändigt. Alles in allem eine ziemlich teure Angelegenheit.

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