Von Chicago nach New Orleans fährt ein Zug der US-amerikanschen Eisenbahngesellschaft Amtrak, der auf den Namen »City of New Orleans« hört. Am 5. September 2023 habe ich diesen Zug genommen. Er startete in der Chicago Union Station, deren repräsentative und geräumige Empfangshalle aus besseren Zeiten des amerikanischen Eisenbahnverkehrs zu stammen scheint. Anders, als von europäischen Bahnhöfen gewöhnt, hielten sich dort nur wenige Menschen auf.

Der »City of New Orleans« hat neben normalen Wagen mit Sitzen auch Schlaf- und Liegewagen. Letztere heißen bei Amtrak »Roomette«. Ich hatte eine solche Roomette gebucht und dadurch in der Chicago Union Station Zugang zu einer Lounge, der sogenannten »Metropolitan Lounge«.


Gemessen an den Passagierzahlen war die Lounge überaus geräumig. Auch hier waren kaum Menschen zu finden. Ähnlich wie in einer Flughafen-Lounge gab es kostenlose Getränke und Snacks.
Pünktlich um 20:05 Uhr fuhr der Zug ab. Von der Lounge wurde man zum Bahnsteig und dann in den Zug geführt. Die Roomette, in der ich gereist bin, ist ein enges Abteil, das von maximal zwei Personen belegt werden kann. Die beiden gegenüberliegenden Sitze können zu einer Liege zusammengefahren werden. Darüber gibt es noch eine ausklappbare zweite Liege. Ich hatte meine Roomette für mich allein; bei einer Zweierbelegung wäre es hier ziemlich eng geworden. Toiletten gab es im Zug dagegen ausreichend. Auch eine Dusche war vorhanden.



Schlaf- und Liegewagenpassagiere haben Zugang zu einem Aussichtswagen, der »Sightseer Lounge« genannt wird. In der Nacht fuhr der Zug durch die Bundesstaaten Illinois, Kentucky und Tennessee. Tagsüber ging es dann durch Mississippi und Louisiana. Die Aussicht in der Sightseer Lounge war eher bescheiden. Die Region war größtenteils von der Landwirtschaft geprägt.

Unterhalb der Sightseer Lounge befindet sich ein Buffet, wo Speisen und Getränke gekauft werden konnten. Für Schlaf- und Liegewagenpassagiere sind die Mahlzeiten im Fahrpreis enthalten. Von der im Wikipedia-Artikel erwähnten Cajun-Küche habe ich allerdings nichts gesehen. Es gab die üblichen Fastfoodgerichte, aufgewärmt in einer Mikrowelle. Eine Jazz-Band hat im Zug auch nicht gespielt.
Am Nachmittag des nächsten Tages kam der Zug dann pünktlich im Bahnhof in New Orleans an, einem im Gegensatz zum Chicagoer Bahnhof schlichten und wenig repräsentativen Gebäude. Der Zug war pünktlich. Die häufig bemängelten Verspätungen bei Amtrak gab es auf dieser Fahrt nicht.


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