Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania war von 1790 bis 1800, nach New York und vor Washington, D. C. die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Zu erreichen ist Philadelphia von New York aus mit einer Kombination von Zügen der »New Jersey Transit« und der lokalen Verkehrsgesellschaft »Southeastern Pennsylvania Transportation Authority« in weniger als drei Stunden. Ich nehme die Zugverbindung am 29. Juli 2023. Nach dem hektischen, lauten und überfüllten New York macht Philadelphia einen ruhigeren Eindruck. Die Temperaturen haben sich inzwischen etwas abgemildert und bleiben nun unter 30 Grad. Im hiesigen Hostel wird an manchen Abenden ein Freibier oder ein kostenloser Drink angeboten.
Philadelphia ist eine geschichtsträchtig Stadt. Im Versammlungsraum der Independence Hall wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung und 1787 die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet.


Die sogenannte »Liberty Bell« ist ein nationales Symbol der Freiheit und wird wie ein Heiligtum in einem eigens dafür errichteten Pavillon verehrt. Vor der Besichtigung muss man eine Sicherheitskontrolle passieren.

In Philadelphia gibt es auch einen Freimaurertempel. U. a. gehörten George Washington und Benjamin Franklin der Freimaurerloge von Pennsylvania an. Der Freimaurertempel kann im Rahmen von regelmäßig stattfindenden geführten Touren besichtigt werden.


Im Eastern State Penitentiary saß u. a. Al Capone, angeblich unter komfortablen Bedingungen. Seine Zelle wurde nach einer Beschreibung eines Artikels der Zeitung »Public Ledger« rekonstruiert. Es ist allerdings historisch fragwürdig, ob Al Capones Zelle tatsächlich so luxuriös gewesen ist. Außerdem lag die tatsächliche Zelle Al Capones vermutlich rechts neben der rekonstruierten. Seit 1971 wird das Eastern State Penitentiary nicht mehr als Gefängnis genutzt und seit 1994 ist es ein Museum.


Unbedingt zu erwähnen ist noch eine kulinarische Spezialität Philadelphias, das sogenannte »Philly Cheesesteak«, bestehend aus Steakfleisch, Zwiebeln und Käse in einem Baguette.
Pennsylvania Dutch Country
In Pennsylvania, in der Nähe des Ortes Lancaster im Lancaster County, liegt das »Pennsylvania Dutch Country«, in dem ungefähr 40000 Amische in Nachbarschaft mit Nicht-Amischen, die von ihnen »Engländer« genannt werden, leben. Sie sprechen eine eigene Sprache, das »Pennsylvania Dutch«, und sind an ihrer schlichten Kleidung zu erkennen. Viele Amische leben von der Landwirtschaft. Allerdings ist mittlerweile auch der Tourismus ein Wirtschaftsfaktor. Inmitten des »Pennsylvania Dutch Countries« liegt das »Amish Village«, das ich am Montag, 31. Juli 2023, von Philadelphia aus auf einer organisierte Tour in einem Kleinbus besucht habe.


Ist Die Lebensweise der Amischen nachhaltig?
Nach Ansicht einiger Umweltaktivisten ist die Rückkehr zu einer einfachen Lebensweise mit weniger Einsatz von Technik und mehr Einsatz menschlicher Arbeit ein Weg zu einer nachhaltigen Lebensweise. Also eine Lebensweise ähnlich derjenigen der Amischen. Ist die Lebensweise der Amischen aber tatsächlich nachhaltig? Dem Artikel »The Amish Life is simple, but don’t confuse them with environmentalists« zufolge haben die Amischen selbst kein großes Interesse an Nachhaltigkeit. Die Autoren des Artikels, David McConell und Marilyn Loveless, haben Befragungen unter den Amischen durchgeführt. Demnach vertreten die Amischen ein biblisches Weltbild, in dem die Natur für den Gebrauch durch den Menschen erschaffen wurde.
Aus der Sichtweise der Amischen lässt sich aber nicht ableiten, dass deren Lebensweise nicht dennoch nachhaltig sein könnte. Schließlich fahren sie nicht mit dem Auto und konsumieren wenig. Jason Wiff hält in seinem Artikel »The Amish, a pontential sustainable-living model« die Lebensweise der Amischen für nachhaltig. Seine Argumentation basiert jedoch auf einer Auflistung von Einzelbeispielen und ist wenig wissenschaftlich.
Eine wissenschaftliche Arbeit, »Modern Amish farming as ecological agriculture« von Katherine V. Blake, Enrico A. Cardamone, Steven D. Hall et. al., bemängelt den Einsatz von Petroleum, Dünger und Pestiziden in der heutigen Landwirtschaft der Amischen. Auf meiner Fahrt zu den Amischen im Lancaster County sind mir die Propanspeicher und die Verwendung von Propan in Haushaltsgegenständen aufgefallen. Interessieren würde mich der CO2-Ausstoß von Amischen im Vergleich zu Nicht-Amischen; darüber habe ich jedoch nichts herausgefunden. Im Ergebnis kann ich persönlich die Lebenweise der Amischen nicht als Beispiel einer nachhaltigen Lebensweise ansehen.
Washington, D. C.
Am Dienstag, 1. August 2023, habe ich einen Tagesausflug nach Washington, D. C., seit 1801 Hauptstadt der Vereinigten Staaten, unternommen. Von Philadelphia nach D. C. fahren regelmäßig Flixbusse. Leider war die Hinfahrt erst um 10:15 Uhr und die Rückfahrt bereits um 17:15, so dass ich nur vier Stunden Zeit in Washington hatte. Zum Glück liegen die meisten Sehenswürdigkeiten in der National Mall. Dennoch hatte ich in den vier Stunden einige Kilometer zu laufen.




Das deutsche Unternehmen Flixbus hat 2021 das amerikanische Greyhound-Unternehmen übernommen. Es fahren jedoch neben den grünen Flixbussen weiterhin die blauen Greyhound-Busse. Letztere scheinen älter und nicht im besten Zustand zu sein. Auf der Rückfahrt von Washington nach Philadelphia hatte ich einen solchen Greyhound-Bus. Der ursprünglich vorgesehene Bus war nicht fahrtüchtig und so erfolgte die Rückfahrt mit einer halbstündigen Verspätung in einem Ersatzbus.
Auch bei Flixbus kann mein seinen CO2-Ausstoß kompensieren. Die Kompensation einer Fahrt von Philadelphia nach D. C. kostet € 0,18.

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